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Im deutschen Reich · 1901-10-01 · Heft 10 (Oktober 1901) · p. 522

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
7 (1901)
Issue
Heft 10 (Oktober 1901)
Article
Das Ergebniß der Blutmord-Umfrage des germanischen Volksbundes
Date
1901-10-01
Page
522 (sequence 9)
Language
German
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V- — den lieben Gott Lei dieser Arbeit aus dem Spiele zu lassen. Ein anderer Gutachter ist ihm darin noch über, er schreibt: „Jedenfalls ist dis tückische Kanaille nicht mit offenem Disir zu erlegen, sondern nur mit größer Umsicht und List und in aller Heimlichkeit!! Aber ihre Tage sind.gezählt) das walte der deutsche Gott!!" Was die vorgeschlagenen Mittel zur Beseitigung der Blutmordvcrbrechen anbetrifft, so wäre es verlockend und erheiternd, auch hier die Widersprüche ohne Ende des Näheren zu beleuchten, würde aber Zu weit führen. Hier nur einige Beispiele? Prälat Rohling will, daß alle Juden „den vollen Christusglauöen der katholischen Kirche" annehmen. Memnnnger, Chefredakteur der Reuen bayerischen Landeszeituug, schreibt: „Haben doch katholische Frömmler in Würzburg noch im Hahre 1819 einen ihrer Genossen ans Kreuz geschlagen, — ein förmlicher Ritualmord, wegen deffen selbst zwei Augustinennönche als Mitwisser angeklagt, während andere Teilnehmer — lauter wohlbestellte, unbescholtene Bürgersleute zum Tode verurtheilt wurden... und das waren lauter fromme Christen deutscher Nationalität!" Also auch wenn die Juden aus Ketzern zu frommen Katholiken über Nacht werden, ist ihnen und der Welt damit nicht geholfen. Ineialt in 8oMam qui ynit vitare Cliarybdim! Einige Gutachter (3. B. Stille) verlangen, daß sämmtliche religiösen Schriften der Juden, deren man habhaft werden kann, vor allen aber Talmud und Schulchan Aruch auf Kosten des Reiches übersetzt und veröffentlicht werden. Lächler u. a. dagegen meinen, daß eine Uebersetzung der Schriften nichts nützen würde. Giese will, daß die Juden die Aufklärung der Ritualmordfäüe der „bewährten Unparteilichkeit der Justizbehörden und Gerichte überlassen". An einer andern Stelle spricht derselbe von der „Hilflosigkeit unserer Rechtspflege", von einem „beängstigenden Gefühl der RechtsunsicherheiL", von „kriminalistischem Zopf" und dem „Banne humanitärer Phrasen, in dem die Kriminalisten und Vertreter der Anklagebehörde in Deutschland befangen" sind. Als weitere Mittel werden vorgeschlagen: Sondergesetz für die Juden, Unfähigkeit öffentliche Aemter zlr bekleiden, Beschränkung des Wohnsitzes' und gänzliche Austreibung der Juden aus Deutschland. „Diese Forderung ist durchaus nicht so unerhört, wie die Juden und ihre Kammerknechte glauben machen wollen, hat man sie doch in Spanien und Portugal im Laufe des 16. und 17. Jahrhunderts, in England im 13. Jahrhundert verwirklicht." — Don anderer Seite wird befürwortet, sobald ein ritualmordverdächtiger Fall sich ereignet, Vereine zur Aufklärung zu bilden. Der Reichstags-Abgeordnete Lindef

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