Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 9 (September 1901)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1901-09-01
- Page
- 494 (sequence 3)
- Language
- German
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fein werde, Sie als eine Zierde unserer Vereinigung noch recht lange in körperlicher und geistiger Frische Mitarbeiten zu sehen, zürn Heile und Segen unseres gemeinnützigen Merbandes und aller Deutschen jüdischen Glaubens! Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. Der Jubilar erwiderte in längerer DcmkesreLe, in welcher er das Versprechenleistete, der Kultusgemeiude und den Vereinen, in denen er bisher gewirkt, auch ferner seine Kraft zu widmen, so lange ihm Lies möglich sei. Es folgten noch Ansprachen der Vorstände von sieben Nürnberger jüdischen Vereinen, welchen der Gefeierte dann in ähnlicher Weise dankte._ Als der Central-Berein am Beginn seiner ThätigkeiL mit der scheinbar unüberwindlichen Schwierigkeit zu kämpfen hatte, daß die Behörden vorher selten oder nie in die Lage gekommen waren, sich über Beschwerden wegen einer Ausnahmcbehandluug Mischer Bürger Zu äußern, hatten wir Grund, jeden uns ertheilten Bescheid einer Behörde als einen Erfolg anzusehen und zur Kenntniß der Vereinsmitglieder Zu bringen. Im Laufe der Jahre haben sich die Verhältnisse dadurch wesentlich günstiger gestaltet, daß der Verein nach und nach einen imponierenden Umfang gewonnen und als eine Vertretung von vielen Lausenden deutscher Staatsbürger sich Gehör verschafft hat. Von den verschiedensten Behörden erhielten wir auf unsere Eingaben prompte Bescheide, günstige oder ungünstige, aber nur in den allerseltensten Fallen blieb der Bescheid ganz aus und dann waren es untergeordnete Stellen, an die wir uns nur gewandt hatten, um den Jnftanzenzug innezuhalten. Mit den zunehmenden Erfolgen sahen wir uns veranlaßt, dieselben weniger bekannt zu geben, auch aus dem Grunde, weil der geringste Mißerfolg stets ein wüstes Triumphgeschrei der Judenfeinde, jeder Erfolg des Central-Vereins aber ein WuLhgeheul und neue Versuche hervorrief, die Behörden durch Verleumdungen und boshafte Preßäußerungen zu beeinflussen. Es bedurfte aber auch gar nicht mehr derartiger MiLLHeilungen, um unsere Glaubensgenossen von der Nothwendizkeit und Nützlichkeit unseres Vereins zu überzeugen. Freund und Feind wissen heute, - daß es in Deutschland einen Mittelpunkt giebt, von dem aus die SelbftverLheidigung im. Lichte der- Öffentlichkeit mit Eifer und Beharrlichkeit betrieben wird. Neuerdings ist die in unfern „Vereinsnachrichten" im August- Heft gebrachte Mittheilung über ein Beispiel unserer Thätizkeit von der ganzen Antisemitenpreffe aufgegriffen und zum Gegenstand spöttischer Bemerkungen gemacht worden. Es handelte sich um die Beschwerde über einen Richter, der sich bei einer Amtshandlung des Wortes