Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 9 (September 1901)
- Article
- Berlin
- Date
- 1901-09-01
- Page
- 481 (sequence 7)
- Language
- German
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481 wußte das Antisemitenblatt Nachstehende Berichtigung aufnehmen: „Das Baukhaus Guttentag L Goldschmidt, Martgrafenstr. 46, sendet unS zu unserm Artikel über den Selbstmord des Dr. Leist in Nr. 420 die folgende Berichtigung: 1. Wir haben niemals zu. dem Konsortium gehört, welches unter der Firma Schneider & Co. — richtiger: Louis Schneider & Co., G. m. b. H. — die jetzt verkrachte „Typozraphia" begründet hat und sind an obiger Gründung überhaupt in keiner Weise betheiligt gewesen. 2. Wir haben auch mit der ' „Typographia" niemals in irgend welchen Beziehungen gestanden-" Unter der Ueberschrist „Jüdisches Familienleben" brachte die „Staatöbürgerztg." folgende Notiz: „Der jüdische Getreidehändler Louis Stargardt, der sich, wie wir heute Morgen berichteten, wegen „mißglückter Spekulationen" erschossen hat, lag, nach der „Volksztg.", mit seiner Frau in Scheidungsklage. Auch das noch!" — Dazu bemerkt die „Welt am Montag": „Was würde die „StaatsbürgerZtg." wohl gesagt haben, wenn die „jüdischen Blätter" über Len AlimenLenprozeß und über die Scheidung des Abgeordneten Böckcl unter der Spitzrnarke „Antisemitisches Familienleben" berichtet hätten?" Demselben Antisemitenölatt ist aus GeorgenLhal berichtet worden: „Im nächsten Sommer wird wahrscheinlich auch unser im Thüringer Walde idyllisch gelegener Ort unter die judenreiucn Kurorte ausgenommen werden können. Dauernd ansässig sind hier überhaupt keine Juden, und auch unter Len 1200 bis 1400 Kurgästen, die hier jährlich weilen, waren stets nur drei bis vier jüdische Familien anwesend. Und nun soll uns Las Unglück widerfahren auch diese zu verlieren, weil das Badekomitee das Verbrechen begangen hat, in der LesehaAe neben einer großen Anzahl anderer Zeitungen auch die „SLaatsöürgerzeitung" auözulegen. Eine der hier anwesenden jüdischen Damen hat sich darüber stark entrüstet und erklärt, sie werde dafür sorgen, Laß dieses intolerante Benehmen gegen die jüdischen Kurgäste allgemein durch die Zeitungen bekannt gemacht wird, damit dieselben unseren Ort meiden." Das durch eine Eingabe des RLichstagsLögeordnetLN Werner unterstützte Gnadengesuch des Herausgebers des antisemitischen General- Anzeigers Karl Sedlatzeks ist vomKaiser abschlägig LeschieLen worden, nachdem der Justizminister die Befürwortung abgelehut hatte. Die Derurthrilung Sedlatzek zu einem Monat Gcfängniß erfolgte wegen eines Artikels, in welchem Sedlatze? der Bromberger Polizeibehörde PsiichLversämumß bei der Ermittelung eines angeblichen „Uitualmordcs" vorgeworfcn hatte.