Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1901-09-01 · Heft 9 (September 1901) · p. 480

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
7 (1901)
Issue
Heft 9 (September 1901)
Article
Berlin
Date
1901-09-01
Page
480 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2316602-2316676-2316685-2328275--08565-2328384
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

x),:: deutschen S’ciä- •xo als falsch, denn es wurden Lei der Leiche des Tredig ein Hut und ein Regenschirm vorgefunden, die Eigenthum drö Oarbiertzchilfe» waren. Wie die „Voss. Ztg." schreibt, ist als Beweggrund für die Mordthat an» -uushmen, daß HarandarSA den Knaben z» Handlungen verleitet hatte, deren Entdeckung er befürchten mußte. — Die „StaatSbürger-Ztg." schließt dagegen ihren bezüglichen Bericht mit den Worten: „Am Dienstag fuhren dieBeiden nach Angermunde, vermuthlich um von dort auSPreuzlau zu erreichen, wo sich ein Bruder Tiedigs in Stellung befindet. Die jungen Leute nächtigten, da sie keine Geldmittel mehr besaßen, im Freien, und vermuthlich in einem Anfall von Geistesstörung tödtete der Barbiergehilfe den ruhig schlafenden Knaben, dessen Gesicht er nach der That mit feinem Hut bedeckte. Die Annahme eines Lustmordes erscheint nach dem Ergebniß der Leichenschau hinfällig." Sonst will das Autisemitenblatt in solchen Fällen nie an „einen Anfall von Geistesstörung" glauben und es hält einen Lustmord in dem Angermünder Fall jedenfalls wohl nur deshalb für völlig ausgeschlossen, weil der Glaube an die „Legende vom Konitzer Ritualmord" sehr beeinträchtigt werden könnte, wenn manche Leute auf den Gedanken kämen, daß auch dort ein Geistesgestörter oder ein Lustmörder den Halsschnitt verübt habe! Der „Jüdischen Presse" wird aus Fogaros berichtet: „Der hiesige Photograph B. I., ein Christ, der ein jüdisches Aussehen hat, kam dieser Tage nach dem romantisch belegcnen Zeruest, um daselbst Aufnahmen für Ansichtskarten zu machen. Kaum war die Bevölkerung des „Juden" mit seinem schwarzen Kasten ansichtig geworden, als eS sofort hieß, daß derselbe christliche Kinder einfangrn und abschlachten wolle. Einige dieser Tapferen fielen über den Unglücklichen her und schlugen so unmenschlich auf ihn ein, daß er die Spuren der Mißhandlungen noch lange tragen wird. Hierher zurüügekchrt, schleppte er'sich zu dem jüdischen Arzt vr. L. und ließ sich ein, Befunds-Attest ausstellen. Als er dafür die Taxe von vier Kronen zahlen sollte, meinte er: Das ist viel, zumal ich doch eigentlich ein Opfer für Ihre Glaubensgenossen bin. „O nein", antwortete der Arzt schlagfertig, Sie sind ein Opfer der Dummheit Ihrer Glaubensgenossen". Die „Staatsbürger-Ztg." theilte kürzlich mit, daß der Selbstmord des Syndikus des Schaaffhausen'schen Bankvereius mit dem Konkurs der „Typogräphia", Kunst- und Setzurafchiurrr-DruSerei, G. M. b. H., zusammenhängen solle. Hinzugefügt war: „Leist gehörte zu dem Konsottium, das unter der Firma Schneider L Co. die jetzt verkrachte „Typographia" begründete; Hauptmacher war das hiesige BarrkgeschLst Gutt'entag L Goldschmidt (!)." AM 10. September

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.