Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 9 (September 1901)
- Article
- Berlin
- Date
- 1901-09-01
- Page
- 477 (sequence 3)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 477 anderen Richtung in den gleichen Fehler verfallen, indem er ausschließlich den Eindruck in Erwägung zieht, den die Reden auf den christlichen Theil der Bevölkerung gemacht haben. Er geht dabei , offenbar von der Annahme aus, daß, wenn sich dieser von den Reden des Angeklagten nicht habe reizen lassen, von einer Friedensgefährdung überhaupt nicht gesprochen werden rönne. Aber dies ist rechts irrig. Denn die Klasse, die das Opfer der Gewaltthätigkciten werden soll, zu denen' angereizt wird, kann sich in den Empfindungen geschützten, befriedeten Zusammenlebens auch dann beunruhigt fühlen, wenn die Anreizung Lei derjenigen Klasse, an die sie gerichtet ist, auf unfruchtbaren Boden fällt (Entsch. Bd. 26 S. 349, insbesondere S. 350). Ob im einzelnen Falle zureichende, vernünftige Gründe zu solchen Beunruhigungen Vorlagen, ist eine Frage, die nach tatsächlichen Umständen zu entscheiden ist. Im vorliegenden Falle hat der erste Richter in dieser Beziehung eine Prüfung der Sachlage überhaupt unterlassen". In der am 25. August d. Js. erschienenen 2. Proberrummcr der von dem Kgl. Oekonomie-Rath Herter in Berlin-Friedenau redigierten Zeitschrift „Deutscher Schlachtvieh-Verkehr" finden wir nachstehende sachverständige Aeußerunz über die Schachtfrage: „So fern uns auch der rituelle Theil der Frage liegt, der manche Gemächer erhitzt, denen die angeblich Humanitären Bestrebungen mitunter nur zum Deckmantel des Antisemitismus dienen, so möchten wir doch feststellen, daß die MiliLärkonservenfabriken in Mainz und Haselhorst, die Rinder, auch Armour "und andere Chicagoer Großschlächter Schweine und Schafe schachten laffen, weil bei keiner anderen Schlachtmetyode ein so schnelles und vollständiges Ausbluten zu erreichen ist. Es ist das aber eine wesentliche Bedingung für die Haltbarfeit des Fleisches, und für feine Verwendung zu eorneä und doileck 1)665. Jedem- Schlachtverständigen ist die Thatsache bekannt, daß das Fleisch von Thieren, welche geschlachtet wurden, kurz nachdem sie größere körperliche Anstrengungen hatten, sich schlecht hält und eher in Fäulniß übergeht als das Fleisch ausgeruhter Thiere. Es rührt dies von dem großen Zufluß an Blut in die Muskeln bei starker Be- - wegung her, das beim Schlachten nicht vollständig wieder austritt. Daß das Schächten demnach, wegen des vollkommeneren' Ausblutens bei dieser Schlachtmetyode, günstig auf die Haltbarkeit des Fleisches einwirkt, läßt sich nicht bestreiten. Daß es für die Thiere schmerzhafter als das Schlagen wirkt, ist in keiner Weise weder wahrscheinlich gemacht, noch viel weniger erwiesen; man müßte denn fälschlicher Weise die Reflexbewegungen, welche dem Lode vorangehen, als