Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 9 (September 1901)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1901-09-01
- Page
- 473 (sequence 10)
- Language
- German
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Wenn trotz dieser sich gegen die Katholiken mindestens ebenso scharf wie gegen die Juden richtenden Ausfälle der Antisemiten Uc Letzteren sich immer noch der Gunst eines Theils der katholischen Presse erfreuen, beweist dies nur, wie weit die Verblendung mancher Fanatiker geht und wie die dadurch üöermüthig gemachten „Deutsch- Sozialen" und „Reformer" mit diesen Eiferern umspringen Zu können glauben! Die „Deutsche Wacht" schreibt: „Daß die Schwarzen Dolksverräther find, beweist eine Aeußerung der Berliner „Germania", eines bisweilen antisemitisch angehauchten Centrumsblattes. Erbost über die Kundgebung Schonercrs in Salzburg gegen die Pradeaner, läßt das Blatt als Eidhelfer die judenliberale Keichenberger „Deutsche Volkszeitung" aufmarschierrn, die die ganze Lauge ihres Spottes gegen Schönerer verspritzt. Schönerer hatte bekanntlich in seiner Salzburger Rede darauf hingewiefen, daß die sogenannte deutsche Gemeinöürgschaft in Oesterreich vollständig versagte. Diese Gemeinbürgschaft aber, die Dolksverrath getrieben hat, zu preisen, bringt eben nur Juda und das Centrum zuwege, denen es mithin nicht ernst sein kann um die Sicherung'der Interessen LcZ deutschen Dolkslhums." Daß diese gleichzeitige Verketzerung dcö katholischen Centrums und der Juden durch die AK> sernitcn strengster Observanz die Organe der einflußreichsten politischen Partei in Deutschland nicht von ihrer Vorliebe für solche stAstme Genossen heilt, ist nicht räthsclhaster als das Verhalten der klerikalen Häuptlinge und der Preßorgane der christlich-sozialen Partei in - -Oesterreich, welche nur, um weiter gegen die Juden schimpfen zu scnnen, diese mit den judenfeindlichen Organisationen der „Los von Rem"- Bewegung in einen Topf werfen. Monsignore Scheicher und seine Anhänger lassen es ruhig zu, wenn der christlich-soziale Wbz. Errrcft Schneider im Parlament Päpste und Kardinale als „bestochene JuLcnknechte" bezeichnet, daß das Vergani-Blatt den Fürstbischof von Olmütz einen „Juden" nennt, „der in Latholichen Dingen nichts dreinzureden habe" und das ultramontane „Vaterland" zwar nothgedrungm den Fürstbischof Kohn in Schutz nimmt, aber im Aebrcge:: in das Hepp-Hepp-Seschrei einstimmt. Daß dieses Geschrei in den „Los von. Rom"-Ruf schließlich ausartet und das Anüchristeuthum aus dem Antisemitismus in Oesterreich ebenso Wie in Deutschland üppig emporschießt, sehen diese verblendeten Fanatiker nicht. „Den Teufel msxlt das Völkchen nie, und wenn er sie beim Kragen hätte!" Der jetzt in Oesterreich in der Dlüthe stehende Rüffen-LnLiftmitiZmus, welcher manchen WanLelmüthigen noch in letzter Stunde von der Nutzlosigkeit der Fahnenflucht überzeugt, schadet dem Judenthurn weit