Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 9 (September 1901)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1901-09-01
- Page
- 472 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- chapter
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2316602-2316676-2316685--08555-2328376- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Ä'2 5 ui deutsHr» NriH. Sachsens durch den Zuzug »kchtdeutscher Arbeiter. Das Liebrrmanu'jche Blatt verzeichnet z. 83. das Verhältniß der Juden in Chemnitz zur Gesammtbevölkerung dieser großen Fabrikstadt und stellt dabei einen RuLgang fest, da die Juden dort 1885 0,62 vom Hundert der Gesaunntbcvölkcrung darstellen, im Jahre I960 aber trotz einer Zunahme der Seelenzahl (von 995 zu 1136) im Verhältnis zu der rasch angewachsene« Gesammtbevölkerung nur noch 0,50 vorn Hundert. Daran knüpft aber das Auiifemitenblatt die Bemerkung: „Sehrreich sind auch die Zahlen für die Katholiken. ES gab im Jahre 1871 2153 Katholiken (3,2 vom Hundert der GesarrnrrtbevolkrruNg), 1890 7162 und 1900 10377 Katholiken, die 5 Prozent der Gesammtbevölkerung darstellen. Die ang«sch!offenen Ortschaften hüben mit ihrer Fabnröevölkerung auch eine große Anzahl Katholiken (Czccherr, Polen u. s. w.) mitgebracht". Noch deutlicher druckt das Blatt sich in einer „Los von Nom in Leipzig" überschriebeneN Notiz aus: „Es gab am 1. Dezember 1895 in Leipzig 14396 und am 1. Dezember 1900 18628 Katholiken. . Leipzig hatte von je 100 der Gesammtbevölkerung 1869 94,82 Evaug.-Luther. und 1,97 Katholiken, 1990 92,23 Evang.- Lurher. und 4,08 Katholiken. Auch ein wirthschaftliches „Los von Nom" ist uöthig, wenn der Lcrsiavisieruug unseres Laudrö ent» gegengetrete» werden soll. Darum muß cs Aufgabe der Mitglieder nationaler Vereine (Alldeutscher Verband, Deutschsoziale Vereine u. a.) sein, dahin zu wirken, daß bei Bauten, bei deren Ausführung sie Einfluß haben, in Werkstätten, in denen sic ihre Kleidung anfertigen lasten u. s. w. u. s. w., keine slavrschrrr Arbeiter besitz."sichst werden." Die Dresdener „Deutsche Wacht", welche sich sonst mit ihrer monarchischen Gesinnung brüstet, äußert sich noch deutscher — und regierungsfeindlicher! Sie schreibt: „Weit verbreitet ist im Volke der Glaube, daß man wegen des katholischen Hofes den Polen und Ezechen gewogen sei. Mag der Glaube berechtigt oder unberechtigt sein, auf jeden Fall wird dadurch bei einem evangelischen Volke das monarchische Gefühl nicht gefördert. Sollte die Regierung die Absicht haben, an Stelle der durch die Bankbrüche vernichteten deutschen Geldaristokratie eine jüdische zu setzen? Aber wäre dazu nicht die einheimische Zudeuschaft vollständig ausreichend? . Würde man wirklich dazu die Enkel galizischer Schnorrer nöthig haben? Oder wäre gar das Machtwort eines jüdischen Bankiers, dessen Hilfe man Lei den mißlichen FiuanzverhAtnlsseu in Anspruch nehmen will, bestimmend für die Maßregeln der Regierung? - Oder macht sich in der unbeschrankten Zulassung der Polen und Czechen der kathsWerende Einfluß gewisser Kreise geltend?"