Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 9 (September 1901)
- Article
- Die Derwaldschen Ansichtspostkarten
- Date
- 1901-09-01
- Page
- 462 (sequence 6)
- Language
- German
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standen Hütten. Auf die Entgegnung des Vorsitzenden und des Staatsanwalts, daß Landau wiederholt im Jrrenhause gewesen sei, erwidert der Verteidiger, das mache ihn in seinen Tugen nicht unglaubwürdig, weil die Juden auf solche Weise unbequemer Personen sich zu entledigen pflegten. Nach weiteren weitschweifigen Erörterungen beantragt der Verteidiger in allen Punkten Freisprechung. Nach kurzer Replik und Duplik Verweist der Vorsitzende darauf, daß der Vertheidiger in einer langen Schutzschrift zahlreiche Anträge gestellt habe, u. a. auf Vorlegung des gesummten Tktrnmaterials aus Könitz und Polna, Vernehmung neuer Sachverständiger, Ladung zahlreicher Personen aus Könitz unb Polna «. s. w. Noch einmal zum Worte verstattet, wendet sich Professor Dr. Strack gegen zahlreiche Ausführungen der Verteidigung und betont dabei, daß das Gutachten der Polnaer Terzte durch daZ ObergutachLen der Prager medizinischen Fakultät als ein Produkt der Verhetzung und Unwiffenheit glänzend widerlegt sei. Die Blutleere im Körper Winters erkläre sich einfach durch die Zerstückelung des Körpers und das Liegen im Wasser. Nach ärztlichen Gutachten könne ein menschlicher Körper nur ein Viertel seiner Blutwenge. Verlieren. Um hierüber zu feststehenden Resultaten zu kommen, möchte er den Staatsbehörden dringend rathen, an den Körpern der Hingerichteten Versuche nach der angegebenen Richtung hin machen zu lassen. Daß Las Schächten ein religiöser Akt sei, ergebe sich ans einer Erklärung von 250 österreichischen Gemeinden und 259 deutschen Rabbinern im Jahre 1894. Was die Angriffe auf seine Objektivität belange, erkläre er, daß er seinen Standpunkt weder den Juden zu liebe noch zu leide einnehme; er sei ein strenggläubiger evangelischer Christ, nach bestem Gewissen objektiv und unparteiisch und betrachte es als die vornehmste Pflichr eines Christen, Gerechtigkeit zu üben. Daran werde er alle Zeit festhaltm. Dem Pfarrer Krösell habe endlich die Vorgesetzte Behörde sein verhetzendes Treiben verboten. Krösell sei ein gänzlich unwissender Mensch, und er hege berechtigten Zweifel, ob derselbe an Serichtsstelle'ihm gegenüber m's Gesicht wiederholen würde, was er in Volksversammlungen behaupte. In Bezug auf Rohling sei das Unheil aller wirklich anständigen und wissenschaftlichen Männer längst feststehend. In seinen Augen sei derselbe ein Ignorant, ein Lügner, ein Fälscher und ein Meineidiger. In Bezug auf Ecker habe er schon vor Jahren in einem vom preußischen Kultusminister eingeforderten Gutachten ausgesprochen, daß derselbe ebenso unwissend wie anmaßend sei, daß sein Merck nicht rhu Zum geistigen Vater habe, sondern einen verkommenen jüdischen Apostaten. Auch