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Im deutschen Reich · 1901-08-01 · Heft 8 (August 1901) · p. 418

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
7 (1901)
Issue
Heft 8 (August 1901)
Article
Berlin
Date
1901-08-01
Page
418 (sequence 5)
Language
German
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Im deutschen Reich. 413 lutionszeit gegründet, konnte sie unter einem edlen, von sridericianijchein Geiste beseelten Fürsten wie Herzog Karl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig sich günstig entwickeln. Israel Jacobson gründete die Schule zu Seesen am Harz, um daselbst arme Judenkinder zu deutscher Bildung und deutscher Art zu erziehen, und Zwar gemeinsam mit armen Christenkindern und auf seine Kosten; später ließ er auch Kinder wohlhabender Bürger an den Segnungen dieser gemeinsamen Erziehung und des Unterrichts theilnehmen, der von jüdischen und christlichen Lehrern ertheilt wurde. Diese lebendige Toleranz mußte die jungen Menschen zu vorMheilssreierr, tüchtigen und ehrenhaften Bürgern heranbildeu und eine geistige und sittliche Freiheit schassen, die die schönsten Früchte tragen sollte. So hat denn auch die Jacobson-Schule trotz mannigfacher Wandlungen-und Weiterungen das erste Jahrhundert ihres Be-' stehens in rühmlicher Thätigkeit vollendet, und sie rüstet sich zur Feier dieses in unserer wechselreichen Zeit doppelt freudigen Ereignisses." Die antisemitische „Deutsche Hochwacht" ist auf den seltsamen Gedanken verfallen, die Nichtbestätigung Kaufmanns als jüdisches Manöver zu bezeichnen. Das Organ des Antisemitenhäuptlings Haus von Mosch schreibt: „Man wird sich erinnern, daß für den freigewordenen Bürgermelsterposten seitens der „gemäßigten Börsenjuden", nachdemsich für „ihren" Meubrinck keine Mehrheit im Roten Hause finden wollte, der Syndikus der Berliner Aeltesten de? Kaufmannschaft,Dove, präsentiert wurde. .Kauffmann, der Vertrauensmann der kleinen Judenschaft und ihres Klüngels war, siegte jedoch über den großjüdischen Geschäftsvertreter Dove. Da dieser Sieg der großjüdischen Börsencamorrä wohl nicht in den Kram und vielleicht auch nicht ins Geschäft gepaßt haben mochte, liegt es klar auf der Hand, daß diese Cliquen es zu drehen gewußt, daß Kanffmann aus bisher unbekannten Gründen die Bestätigung versagt wurde. Bei den regen Beziehungen, welche die Regierung zu den großjüdischen Händlerkreisen unterhält, kann es kaum noch auffallen, daß man Wünsche dieser Art an maßgebenden Stellen zum Ausdruck gebracht, denen auch Folge gegeben wurde. Wir halten es daher für grundfalsch, in dieser Angelegenheit Partei für irgend eine Seite zu ergreifen und zwar so lange nicht, als nicht erwiesen ist, daß unsere Kombination eine falsche wäre. Wir brauchen schließlich nicht hervorzuheben, daß unsere Auffassung nicht aus der Lust gegriffen ist — wir werden zu einem späteren Zeitpunkte weitere Darlegungen machen. Einstweilen beklagen wir die rechtsstehende Presse, daß sie die Geschäfte der Ballin, Hansemann, Siemens und Donnersmarck rc. besorgt." „Anders -als sonst in Menschenköpfeu malt sich 'in diesem Kovre die Welt!"

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