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Im deutschen Reich · 1901-08-01 · Heft 8 (August 1901) · p. 416

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
7 (1901)
Issue
Heft 8 (August 1901)
Article
Berlin
Date
1901-08-01
Page
416 (sequence 3)
Language
German
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416 Im deutschen dlciä)- dem Namen nach, sondern dem Herzen und Geist nach eine der edelsten Deutschen war, aber deshalb auch den Muth hatte, es offen zu künden, was das DentschLhum schändet. Die KulLurbestrebnngen, die sie rast, los gefördert hat, sind unvergänglich und sichern ihr für alle Zeiten den Dank aller nicht für den Kulturrückschritt arbeitenden deutschen Staatsbürger. Dem Lichte strebte ihr Heller Geist zu; das Licht ist ausgesact für die Gerechten und' das Andenken der Gerechten bleibt jederzeit gesegnet! Das Königliche Provinzial-Schülkollegium hat ans Ansuchen des Vorstandes der Jüdischen Gemeinde zu Berlin die Anordnung getroffen, daß am 23. September, dem diesjährigen jüdischen Versöhnungstage, an denjenigen Schuten, in denen jüdische Abiturienten zur Prüfung stehen, keine Abiturienten-Prüfungen abgehalten werden. Wenn diese Anordnung, welche vollständig dem Bestreben entspricht, jedem Bcstaudthcil des deutschen Volkes die Neligiou zu erhalten, von der „Staatsbürger Ztg." als befremdlich, beziehentlich als unzulässig bezeichnet wird, kann dies nicht Wunder nehmen, da für die Nässe- Antisemiten die Schonung religiöser Empfindungen nicht existiert. In einer von. Herrn Professor Wilhelm Förster am 23. März d. Js. im Berliner Rathhause gehaltenen Rede, welche dem Andenken Samuel Kristellers und Hugo Rheinholds gewidmet war, feierte der Redner mit großer Wärme diese Dahingeschiedenen als ,streue Söhne und Bekenner deutscher Kultur und deutscher Lebensgemeinschaft, aber auch als ebenso treu und charaktervoll mit Verständniß und Pietät erfüllt für die großen Geistesthateu und die Lichtgestalten der jüdischen Vergangenheit, und zugleich voll edler Zuversicht auf die hohe, völkerverbindende Mission, die in Zukunft den besonderen Eigenschaften gerade des jüdischen Geistes noch Vorbehalten ist."- Im weiteren Verlaufe der Rede ging Herr Professor Förster auf diese Mission des Judenthums und die Schicksale der Juden noch näher ein und fügte die beherzigenswerten Worte hinzu: „Fürwahr, eine Volksart, die solches erlebt, braucht nicht zu verzagen. Wenn sie sich in hohem Sinne dieser Stellung bewußt bleibt, und wenn sie in immer höherem Maaße nach dem Spruche „Vornehmheit verpflichtet" alles daran seht, um jetzt erst recht mit an der Spitze der Gesittung zu stehen, an der Spitze aller Großthaten des Wissens und des technischen und künstlerischen Schaffens, dann kann sie mit Ruhe auf die Entwicklung der Menschheit'blicken und braucht nicht in hie Arena der niederen Kampfe des Hassens-und Reibens hiuabzusteigen. - Die Zeit dieser Kampfe-, liegt in ihrem Todeskampf, und emporsteigt eine neue Zeit, ein Reich der vcv-

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