Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 8 (August 1901)
- Article
- Der Leipziger Bankkrach
- Date
- 1901-08-01
- Page
- 402 (sequence 10)
- Language
- German
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Qm deutschen Reich. 402 Gesellschaften gethan habe. Genau genommen trifft diese Behauptung nur bei der Kasseler Trebertrocknungs-Gesellschaft zu, während die anderen Institute tatsächlich durch das Eingreifen der Raute Banque vor dem Konkurs gerettet worden sind. Die Kasseler Gesellschaft aber war unter keinen Umständen zu retten, und damit war auch der Verfall der Leipziger Bank bewiesen, die fast das Doppelte ihres eigenen Aktienkapitals in jenem Winkelunternehmen festgelegt hatte. Wenn man eine politische Nutzanwendung ziehen will, so kann es nur die sein, daß auch eine zur Schau getragene politische Färbung keine Gewähr bietet für gänzliche Zuverlässigkeit." Jenes wüste Treiben, welches von so vielen beachtenswenhen Seiten gebührend gebrandmarkt worden ist, wird trotzdem von den Organen der deutsch-sozialen Nefonnpartei sonder Scheu fortgesetzt. Die „Staatsbürger-Zeitung" phantasiert von einem „Beutezuge der Börse, bei dem die Niederwerfung des Leipziger Instituts nur das Mittel zu einem bestimmten Zweck war", von einer „Schadenfteude über die schwere Heimsuchung des in antisemitischem Gerüche stehenden Sachsens", von einer Strafe für die „Einführung des Schächtverbots" und vcrstcigt sich sogar zu der Aeußerung: „Diesmal gilt es, den Stern Davids auf den 'Zinnen zweier grunddeutscher Städte aufzupflanzen, ohne daß die Bevölkerung von dieser weit angelegten Judeneinwanderung etwas merken darf. Ja, wenn die Sachsen erst das Spie! durchschauen werden, das in den Logensälen der jüdischen Hochfinanz Berlins seit geraumer Zeit eingefädelt wurde, dann dürften sie zu einer wesentlich anderen Beurtheilung der Sachlage gelangen. Ohne weiteres steht die Thatsache fest, daß die Abschlachtung der sächsischen Banken auf Umtriebe Berliner jüdischer Bankkreise zurückzuführen ist. Am Tage vor dem Bruch der Leipziger Bank wußte man an der Berliner Börse, daß ihr seitens der hiesigen Schächter .der Kredit abgeschnitten worden war, daß ihr Sturz unvermeidlich sei. Das ist fern Kunststück, eine Mittelbank zu Falle zu bringen, wenn man ihr in den Zeiten der Geldflauheit den Kredit entzieht- Hoffentlich lernt man in Sachsen die Dinge von der richtigen Seite beurtheilen und sorgt dafür, daß schließlich die Parthie für die Berliner Geldjuden verloren .geht." In einem andern, „Die Pelzwäfche der Großfinanz" überschriebenen Artikel der „Staatsbürger-Ztg." heißt es: „Man komme uns doch nicht mit dem Ladenhüter, die Großbanken ließen sich bei ihren Maßnahmen von Schwächeanwandlungen befallen, die man im gesellschaftlichen Verkehr mit Moral bezeichnet. Man wußte ganz genau, als man die Leipziger