Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 8 (August 1901)
- Article
- Der Leipziger Bankkrach
- Date
- 1901-08-01
- Page
- 401 (sequence 9)
- Language
- German
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Sei XScipriuCv an ul ad). 401 nicht verschuldet, daß die Leipziger Bank sich soweit mit der Kasseler Trebertrocknungs-Gesellschaft eingelassen hat, daß kein anderer Ausweg mehr übrig blieb, als die Erklärung des Konkurses. Wie denkt man sich nun eine Hülfeleistung der Berliner Großbanken, bei denen diese nicht zugleich ihre eigenen Aktionäre geschädigt hätten, was sie doch auch nicht verantworten konnten? Wer solche Anklagen erhebt, der muß sie auch begründen und beweisen können. Die Behauptung, daß diese Hochfinanz den Boden der Leipziger Bank unterminiert habe, berührt so weite Kreise. des besitzenden Publikums, daß man von einem so angesehenen kirchlichen Organ nicht erwarten kann, es werfe derartige Anklagen in die Welt, ohne festen Boden unter den Füßen zu haben. Zunächst ist zu verlangen, daß die „Allg. evangelisch-lutherische Kirchenzeitung" die dunklen Zntriguen und Machinationen der „Hochfinanz" im einzelnen darthue; so lange das nicht geschieht, wird man der Ansicht sein, daß es die verwegene und unsolide Geschäftsführung der Leipziger Direktion war, welche die Katastrophe verschuldet hat". Das „Leipziger Tageblatt", dem gewiß Niemand bisher eine Vorliebe für die jüdischen Finanzmänner nachgesagt hat, schreibt: „Die Berliner Großfinanz ist der Dresdener Kreditanstalt eilig und erfolgreich beigesprungen, weil, wenn vielleicht auch nicht dem Institute, so doch der Gesammtheit Zu helfen war. Und sie hat die Leipziger Bank ihrem Schicksal überlassen, weil sie hier einen Fall vor sich sah, der unheilbar war und deffen jähes Ende im Interesse der Wiedergesuudung des wirtschaftlichen Gesammtorganismus Sachsens und Deutschlands sogar geboten schien. Es grenzt an Infamie, es so hinzustcllen, als ob der Großkapitalismus die Leipziger Bank aus Bosheit und Plaisir oder aus Aufsaugungsabsichten habe ins Unglück stürzen lassen." Selbst die „Kreuz-Zeitung", die Vertreterin des antisemitischen Tivoli-Programms, fühlt sich von diesem Treiben angeekelt. Sie schreibt zum Entsetzen ihrer bisherigen „Gesinuungsgenofien in der Iudenftage": „In einigen Blättern antisemitischer und auch konservativer Richtung sind mehrfach Andeutungen gemacht worden, als handele es sich bei dem ganzen Krach von Dresden und Leipzig um einen planmäßigen Feldzug der Berliner Haine Banque gegen eine antisemitische Konkurrenz. Beweise hierfür sind nicht erbracht worden, und uns selbst sind keine Thatsachen bekannt, die einen solchen Zusammenhang wahrscheinlich machen. Auch den anderen milderen Vorwurf halten wir für unangebracht, daß die Berliner jüdische Hochfinanz nichts zur Rettung der durch Mißwirthschaft und Verbrechen in Verfall gerathenen > 1^