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Im deutschen Reich · 1901-08-01 · Heft 8 (August 1901) · p. 397

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
7 (1901)
Issue
Heft 8 (August 1901)
Article
Der Leipziger Bankkrach
Date
1901-08-01
Page
397 (sequence 5)
Language
German
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397 ÄDuuurac]. Vorbeugen, die von Anfang an auf die mitunter kaum glaubliche Leichtgläubigkeit des Publikums basirt sind". Dazu bemerkt die „Nation" treffend: „Was wäre wohl geschehen, wenn an der Spitze der zusammengebrochenen Banken und Industriennternehmungen überwiegend Juden gestanden hätten?" Natürlich kann es auch unter den Juden Elemente geben, die genau so frivol und moralisch verlumpt sind, wie jene Direktoren und Aufsichtsräthe, die jetzt hinter Schloß und Niegel sitzen. . Dann wären jene Gesinnungen, die auch die „Kreuzzeitung" groß zu ziehen und zu vertreten sich angelegen sein läßt, in einer wilden Judenhetze losgebrochen, und die gesamte antisemitisch-konservative Presse hätte es sich sehr wohl angelegen sein lassen, nach „Nam' und Art" zu fragen". Besonders drastisch enthüllte sich die Mißwirthschaft nichtjüdischerBankgrößeninSachsen deshalb, weilineiuemJndustriestaate ersten Ranges die Folgen sofort so erschreckend ans Tageslicht treten mußten, daß an ein Vertuschen nicht zu denken war. Rasch nach einander ereigneten sich dort der Zusammenbruch der „Dresdener Kreditanstalt", deren Tochtergesellschaft, der „Kummer'schen Elektrizitäts-Werke" und schließlich der alteg „Leipziger Bant", eines Instituts, das von vielen Seiten einem staatlichen Unternehmen gleichgcachtet wurde, weil ihm staatliche und städtische Kapitalien irn Betrage von mehreren Millionen anvertraut waren. Das große Publikum hatte bisher so gut wie nichts davon erfahren, daß die Direktion der Leipziger Bank der Kafseler „Trebertrocknungs-Gesellschaft", einem Unternehmen zweifelhaftester Gattung, einen Kredit gewährt hatte, der ihr eigenes Aktienkapital um 26 Millionen überstieg. Dies war auch fast unglaubhaft, nachdem der Direktor Erner noch in der letzten Generalversammlung der Leipziger Bank so umfangreiche Beziehungen Zu der Kasseler Bank entschieden in Abrede gestellt und keiner der Aufsichtsräthe, die doch von diesem enormen Engagement hätten Kenntniß haben müssen, den Direktor der Leipziger Bank Lügen^gestraft hatte. Das verbrecherische Treiben der Direktoren dieser Bank, welche verhaftet sind, beschäftigt den Strafrichter, aber irr den Kreisen der Geschädigten wird nicht, minder streng über die Aufsichtsräthe geurtheilt, welche dieses Treiben duldeten. Einer dieser Aufsichtsräthe, der Kammerrath Fritz Mayer, Chef des altberühmten Bankhauses Frege & Eo., sah sich deshalb bereits veranlaßt, sein Amt als Vorsteher der Leipziger Stadtverordneten-Versammlung niederzulegen, nicht aber wie andere Mitglieder des Aufsichtsraths es inzwischen gethan, seine Regreßpfiicht öffentlich anzuerkennen. Das ist um so bemerkenswert!)^, als die | i i

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