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Im deutschen Reich · 1901-08-01 · Heft 8 (August 1901) · p. 396

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
7 (1901)
Issue
Heft 8 (August 1901)
Article
Der Leipziger Bankkrach
Date
1901-08-01
Page
396 (sequence 4)
Language
German
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398 Hm deutschen Neich. Partei anzuschließen, wurde die Angelegenheit in jedem einzelnen Fall so kühl als möglich behandelt. Mehrfach hat die gerade in jenen Kreisen so sehr zur Schau getragene fromme und wohlthätige Gesinnung dazu gedient, ein verbrecherisches Treiben zu verdecken, welches die konservative Presse zu den stärksten Ausdrücken veranlassen würde, wenn es von Juden geübt worden wäre. Selbst ein Organ der deutsch-sozialen Reformpartei äußerte sich entrüstet über die Heuchelei jener Männer, die so getreulich den Fuhstapfen des Freiherrn von Hammerstein folgten, insbesondere über den jetzt verhafteten Terlinden in Oberhausen, in folgender Weise: „Ein frommer Mann war der Betrüger Gerhard Terlinden. Im Privatbureau des Schwindlers hing ein Emaille- Schild mit der Aufschrift: „Ehrlich im Handel, Christlich im Wandel!" Es ist dies das Privatburcau, in dem er die zahllosen Betrügereien sich ausgedacht hat, mit denen er eine Legion von Banken, Kaufleuteu und Industriellen zu täuschen verstand. Das' Terlindensche Schild erinnert lebhaft an die Privatkapelle im Garten des Kommerzienraths Sauden". — Dafür hat das stomme konservative Blatt „Der Reichsbote" kaum ein Wort der Mißbilligung; es tröstet sich vielmehr mit den Angaben der „Staatobürger-Ztg.", daß einzelne an dem verhängnißvollen Krach in Sachsen und Hessen mitschuldige Finanzmänner in politischer Beziehung sich zu den Nationalliberalen gehalten und, daß auch einige jüdische Finnen mit der Trebertrocknungs-Gesellschaft in Kassel Geschäfte gemacht haben sollen. Daß weit zahlreichere Inden bei dem Potsdamer und Leipziger Krach ihr Vermögen eingebüßt haben, macht weder dem „Reichsboten" noch der „Krenzzeitung" Kummer. Wenn das von den jetzt verhafteten Bankleitcrn verschuldete Elend vielfach verschleiert worden ist und das Organ der Tivoli-Antisemiten sogar die mindestens durch ihre unverzeihliche Fahrlässigkeit mitschuldigen Aussichtsräthe in Schutz nimmt, hat dies wohl den Grund, auf welchen die „Israel. Wochenschrift" mit den Worten hinweist: „Die Anfsichtsrathstellen bieten für manchen Freund und Gönner der „Kreuzzeitung" nicht zu verachtende Sinekuren." Das konservative Blatt schreibt: „Es ist vollständig von der Hand zu weisen, bei derartigen Vorkommnissen, bei denen verbrecherisches Handeln über Tausende schweres Unheil gebracht hat, die politische Stellung der Schuldigen gewissermaßen als straferschwerend' ins Feld zu führen. Das große Publikum kehrt sich in der Regel sehr wenig daran, wie „Nam' und Art" dessen ist, bei dem es hofft, leicht und schnell Geld zu verdienen.. Etwas weniger Spekulation und Gewinnsucht seitens des großen Publikums dürste von vornherein Manipulationen L JL

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