Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 8 (August 1901)
- Article
- Studententhum und Centralverein
- Date
- 1901-08-01
- Page
- 390 (sequence 12)
- Language
- German
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allem die deutschen Studenten jüdischen Glaubens berufen, an diesem Kampfe theil zu nehmen. Nun haben sich ja auch die jüdischen Studenten in verschiedenen Vereinen, Vereinigungen, Verbindungen zusammengethan zu allen möglichen Zwecken. Sie haben Vereine, die offizielle Vereinigungen von jüdischen Studenten sind, sie haben andere Vereine, die zwar allgemeine Vereine sich nennen, Vereine zu Bildungszwecken, zu anderen Zwecken, die aber de facto — vielleicht einen Christen unter sich haben und ein Glück noch, wenn es kein getaufter Jude gerade ist, dieser eine Christ (Heiterkeit). Aber gleichviel, welche Vereine immer unter Ihnen bestehen, meine Herren, nichts giebt es, was Sie hindern könnte, mitzuarbeiten in dem Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. Sie mögen Zionisten sein, Sie mögen den Zionismus verdammen, Sie mögen sich zusammenfinden zu wissenschaftlichen Zwecken oder zu Zwecken der Pflege studentischer Geselligkeit, Sie mögen einen Standpunkt einnehmen, welchen immer Sie wollen — dem kann sich der deutsche Student jüdischen Glaubens beutzutage nicht entziehen, daß es seine Pflicht und Schuldigkeit ist, mitzukämpfen in dem Kampfe für die Gewährleistung, für die Erringung der Gleichberechtigung der deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens. Das ist die vornehmste Pflicht jedes Juden heut zu Tage, die doppelte Pflicht desjenigen, der selbst nicht leidet und die erhöhte Pflicht des deutschen Studenten, weil in ihm die Zukunft beruht, der wir entgegengehen. Meine Herren, wenn wir Sie aufrufen, mit uns zu arbeiten in diesem Kampfe, so lassen Sie mich auch kurz die materiellen Bedingungen erwähnen, unter denen dies geschehen kann. - Unser Verein beruht auf breitester Grundlage, wie Ihnen schon die kolossale Mit. gliederzahl gezeigt hat. Um zu uns zu kommen, bedarf es eines materiellen Aufwandes von nur 2 Mark jährlich, und ich habe das Vertrauen zu unseren deutschen Studenten, daß sie manchmal — ich spreche ja aus Erfahrung, ich war es ja auch einmal — zu weniger guten Zwecken 2 Mark opfern (Heiterkeit). Meine Herren, lassen Sie einmal einen solchen weniger guten Zweck um 2 Mark zu kurz kommen (Heiterkeit) und werden Sie Mitglieder unseres Vereins. Nicht unerwähnt will ich übrigens dabei lassen, daß bei uns ein statutenmäßiges Erforderniß für die Mitgliedschaft die Großjährigkeit ist, und die jüdischen Studenten pflegen ja doch in ihrer Mehrzahl nicht erst als Großjährige die Universität zu beziehen; indeß wer sich da betheiligen will, dem ist die Möglichkeit durchaus gegeben. Werden Sie Abonnenten. unseres Vereinsorgans. Wer Mitglied ist, I