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Im deutschen Reich · 1901-08-01 · Heft 8 (August 1901) · p. 383

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
7 (1901)
Issue
Heft 8 (August 1901)
Article
Studententhum und Centralverein
Date
1901-08-01
Page
383 (sequence 5)
Language
German
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SLuÄenLenLhum und Centralverein. 383 uns: wer nicht laut austritt, den hört man nicht- und wer sich nicht Gehör verschafft, der bekommt eben nichts, bei dem wird alles bleiben, wie es gewesen ist; im Gegentheil, das Schlimme wird sich verschlimmern. ,Daß der Gedanke ein richtiger war, das können wir heute konstatieren an den Erfolgen, die wir haben. Wir können mit gewiffer Gcnugthuung sagen, daß zwölftausend deutsche Juden als Einzelmitglieder unserem Vereine angehören, daß er bereits eine Vereinigung von Juden darstellt, wie keine zweite in Deutschland oder auch in anderen Ländern existiert. Wir können sagen, daß, wenn wir die Korporationen hinzurechnen, die Gemeinden, die uns beigetreten sind, u. A. den gestammten Bayerischen Landesverein, der sämmtliche Bayerische Gemeinden umfaßt, daß wir dann bereits eine Repräsentanz von über hunderttausend deutschen Juden darstellen. Und dieser äußere Erfolg, er konnte nicht eintreten, ohne daß er seine innere Berechtigung hatte. Und, nu H., was läßt sich denn vom Standpunkt des deutscher? Staatsbürgers jüdischen Glaubens ernstlich einwenden gegen einen« Verein, der folgende Grundsätze bethätigt: Wir bilden einen Sammelpunkt aller deutschen Juden, gleichviel, welche Gegensätze bestehen mögen im einzelnen, welche religiösen, politischen, sozialen Gegensätze vorhanden sein mögen. Bei uns findet jeder deutsche Jude sein Unterkommen, sei er orthodox, sei er liberal in religiöser Hinsicht, liege ihm seine Religion am Herzen oder setze er sich kalt über alles hinweg, was die Religion als solche darbietet, indem er nur den Grundsätzen der Moral eine Berechtigung zuspricht, sei er politisch — konservativ wird man ja heute schwer sagen können, denn welcher Jude kann heute konservativ sein, wo die konservative Partei den Antisemitismus auf ihre Fahne geschrieben hat und den Juden gar nicht duldet in ihren Reihen! — oder sei er so rechtsliberal, wie er wolle, oder so ultraradikal, wie immer. Bei uns giebt es diese Gegensätze nicht. Und stehe er sozial an höchster Stelle oder sei er sozial in einer Stellung, die ihm gerade noch gestattet, vielleicht die zwei Mark jährlich aufzubring-en, die die Mitgliedschaft bei uns erfordert, — bei uns ist er Mitglied und steht jedem anderen gleich. Und dieses Moment, meine Herren, ist nicht bedeutungslos. Dieses Moment hat seine sehr hohe Bedeutung nach außen wie nach innen: nach innen die sehr ideale Seite, eine Stelle zu schaffen, in der alle Deutschen jüdischen Glaubens sich zusammenfinden können, in der der geistig oder materiell Tiesstehende suhlt: er hat eine Existenzberechtigung, er ist als deutscher Jude ein Mann, der seine Rechte hat und der in unserem Verein gleiche Rechte genießt, wie jeder andere, der sozial noch so hoch

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