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Im deutschen Reich · 1901-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1901) · p. 375

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
7 (1901)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1901)
Article
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur [Rezension]
Date
1901-06-01
Page
375 (sequence 3)
Language
German
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Bücherschau. 375 Als eine Art Fortsetzung dieses historischen Aufsatzes kann derjenige von Professor Ludwig Blau über Gegenwart und Zukunft der jüdischen Religion betrachtet werden. Mit Recht hebt Blau die gewaltigen Veränderungen hervor, welche die Bekenner der jüdischen Religion in kultureller Beziehung in den letzten hundert Jahren erfahren haben, und betont, daß dieser Verjüngungsprozeß der Religiosität nicht günstig sein konnte. Freilich dürfen wir nicht verzagen, da eben nur unsere Religiosität, aber nicht unsere Religion schwächer geworden ist. Seine Ansicht über die Zukunft des Judenthums giebt Blau mit den Worten des großen französischen Geschichtsforschers Ernest Renan: „Das Judenthum, welches in der Vergangenheit so große Dienste geleistet hat, wird deren auch noch in der Zukunft leisten. Die reine Religion, die wir als das einstige, die gesammte Menschheit zusammenhaltende Band ahnen, wird die Verwirklichung der Religion des Jesaias sein, die ideale, von allen beigemischten Schlacken befreite jüdische Religion." Die eigenthümliche Erscheinung von Märtyrern des Judenthums im christlichen Kalender bespricht Professor Wilhelm Bacher. Es handelt sich um die Makkabäerbrüder, als deren Todestag der 1. August im katholischen Kalender gefeiert wird. Ueber den Kultus dieser Heiligen und ihre Reliquien hat kürzlich der Kardinal Rampolla, der päpstliche Staatssekretär, eine eingehende Studie veröffentlicht. Bacher zeigt, daß jene sieben Brüder auch bei den Juden Bochara's in Mittelasien einen besonderen Gedächtnißtag besaßen, der vielleicht zuerst in Antiochien, dem Orte des Märtyriums jener Brüder, gefeiert wurde. Max Grunwald beschäftigt sich mit der Frage: „Giebt es ein Symbol des Judenthums?" Er führt aus, daß als solches nicht das Davidschild anzusehen sei, indem dieses Zeichen, das Hexa- oder Diagramm (*£) aus der Kosmologie der Babylonier stamme und erst durch Vermittelung der Araber in das Judenthum eingedrungen sei; diesem eigene daran nichts weiter als der Name „Schild Davids", während die Araber jenes Zeichen „Schild Salomos" nennen. Freilich hat dies Symbol das ältere, dem Judenthnm eigenthümliche, den mit Oel gespeisten heiligen Leuchter vielfach verdrängt. Beiden Symbolen wohnt aber derselbe Grundgedanke inne: „die Idee der Versöhnung der widerstreitendsten Elemente, des Wassers und des Feuers, die Idee des Friedens". Der Neuzeit gehört ein Aufsatz des bekannten dänischen Literarhistorikers Georg Brandes über einen hervorragenden dänischen Prosaisten und Dichter Meyer Aaron Goldschmidt an. Dieser verdankt

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