Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1901)
- Article
- Berlin
- Date
- 1901-06-01
- Page
- 349 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Korrespondenzen. 349 die Mittheilung des Vorredners durch einige weitere specielle Angaben, insbesondere über die Aussichten, die Colonisten in so lohnender Weise zu beschäftigen, daß die Kosten der Anstalt nahezu gedeckt werden. Die daran sich knüpfende sehr ausgedehnte Debatte ergab volles Einverständniß aller Anwesenden über die geplante Begründung der Gesellschaft, und Herr Di-. Nathan begegnete den über Einzelheiten kundgegebenen Meinungsverschiedenheiten durch den Hinweis darauf, daß diese Aenßerungen jämmtlich möglichst von dem mit der Begründung der Gesellschaft zu beauftragenden Ausschuß beherzigt werden würden, aber in dieser Versammlung nicht diseutiert zu werden brauchten. Die größte Schwierigkeit werde darin bestehen, einen geeigneten Leiter für die Arbeits-Colome zu finden, der mit der nöthigen Energie auch die dringend wünschenswerthe Humanität zu vereinigen wisse. Er beantrage deshalb zunächst Ln-bloe-Annahme der Statuten und Wahl des Ausschusses der neuen Gesellschaft. Nachdem der Antrag Annahme gesunden hatte, wurden durch Akklamtion folgende Herrn gewählt: Professor Dr. Philippson, Eugen Rosenstiel, Maurermeister Marcus Adler, Justizrath Di. Felir Landau, Fabrikbesitzer Louis Sachs, Syndikus Di. Minden, Rechtsanwalt Lilienthal, Bankier Martin Simon, Jlia Bergel und S. Berge! - Berlin und Charles M. Hallgarten-Frankfurt a. M. Mit Rücksicht auf die eventuell zu erstrebenden Rechte der juristischen Person wurde dem. Ausschuß das Recht zugesprochen, den § 18 der Statuten erforderlichen Falls entsprechend zu ändern. — Am Tage daraus fand im Bureau des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes die konstituierende Sitzung des Vorstandes des neuen Vereins statt. Herr Rentier Eug. Rosenstiel wurde zum ersten, Herr Fabrikant Morch Rofenow zum zweiten Vorsitzenden ernannt, Herr Bergel zum ersten, Herr Jlia Ber zum zweiten Schriftführer Herr Lustig zum ersten und Herr Marcus Adler zum zweiten Schatzmeister. Sodann wurden die vorbereitenden Maßnahmen für die im Spätsommer zu beginnende Propaganda beschlossen. Die Eröffnung der Arbeiter-Colonie ist zum 1. November d. I. in Aussicht genommen. Ein Komitee von 23 angesehenen Berliner Glaubensgenossen unter Vorsitz des Generalkonsuls Eugen Landau hatte für den 28. Mai eine Versammlung nach Berlin berufen zur Beschlußfassung über die Bildung eines Hilfsvereins 'der deutschen Juden. Der Statutenentwurf, der die Zwecke des neuen Vereins festlegen sollte, faßt die Aufgaben folgendermaßen zusammen: „Es soll die sittliche, geistige und wirtschaftliche Entwickelung der Glaubensgenossen und zwar insbesondere auch im östlichen Europa und in Asien gefördert werden."