Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1901)
- Article
- Berlin
- Date
- 1901-06-01
- Page
- 347 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Korrespondenzen. 847 Dr, Ro send erg-Thorn, Dr. Werner-München und Dr. Winter- Dresden eingefunden hatten. Unter dem Vorsitze des Herrn Rabbiner Dr. Maybaum wurden sämmtliche Gegenstände der Tagesordnung erledigt und u. a. beschlossen, es abzulehnen, aus Grund des vorgelegten Statuten-Entwurfs dem Beitritt des Rabbiner-Verbandes Zu dem „Verband der Israeliten Deutschlands" seine Zustimmung zu ertheilen. Herr Rabbiner Dr. Plaut-Frankfurt a. M. betonte die Nothwendigkeit, gegenüber dem von dem Berliner Thierschntzvereine verbreiteten „Gutachten des Rabbiners Dr. Leopold Stein" darauf hinzuweisen, daß Stein als er seine „Schrift des Lebens", in dem jenes „Gutachten" enthalten ist, erscheinen ließ, nicht mehr Rabbiner von Frankfurt a. M. war, sondern schon sein Amt hatte verlassen müssen, von allen anderen Gemeinden, um deren Rabbinat er sich bewarb, zurückgewiesen worden war, und jenes die Religionsvorschriften beschimpfende Buch schrieb, um sich an dem Judenthum, das nichts von ihm wissen wollte, zu rächen. Non mehreren Rednern wurde angeregt, daß die in der „öffentlichen Erklärung"' und in den beigegebenen Flugschriften enthaltenen Unrichtigkeiten und antisemitischen Ausfälle gekennzeichnet werden sollten. Es ward beschlossen, das Cireular-Schreiben des Berliner Rabbinats entsprechend zu ergänzen und dasselbe dann sämmtlichen Rabbinern und Lehrern Preußens mit der Mittheilung zuzustellen, daß ihnen jede gewünschte Anzahl kostenlos zur Verfügung stehe. Der Antrag des geschäftsführenden Vorstandes, zur Abwehr der der rituellen Schlachtmethode drohenden Gefahren eine Deputation von drei Rabbinern zu sämmtlichen zuständigen Ministern zu entsenden, fand Annahme. — Inzwischen hat die Abordnung in Verbindung mit zwei Vorstandsmitgliedern des Central- Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens diesen Auftrag ausgeführt und den zuständigen Ministern eine Denkschrift überreicht, in welcher der Schutz der Regierung gegen alle gegen die religiöse Einrichtung der rituellen Schlachtmethode gerichteten Angriffe erbeten wird. Der Magistat zu Potsdam hat mit 8 gegen 7 Stimmen die Ausführung des von der dortigen Stadtverordneten-Dersammlung beschlossenen Schächtverbots abgelehnt. Der „Verein zur Förderung der Bodenkultur unter den Juden Deutschlands" hat sein drittes Geschäftsjahr vollendetweiches in dem Geschäftsbericht als ein segensreiches bezeichnet wird. In dem Bericht wird gesagt: „Unser Vorstandsmitglied, Herr Mühlenbesitzer I. Rosenthal auf Johannismühlw bei Posen, entwarf einen genauen Plan und Kostenanschlag für eine zu errichtende erste Kolonie jüdischer Ackerbauer. Dieser fand allgemeine Zustimmung. Die Aus-