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Im deutschen Reich · 1901-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1901) · p. 323

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
7 (1901)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1901)
Article
Die Juden in Holland
Date
1901-06-01
Page
323 (sequence 7)
Language
German
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Die Juden in Holland. 323 ist nach meiner Meinung auch gewiß dem Umstande zuzuschreiben, daß hier die theilnehmenden Rabbiner sämmtlich derselben religiösen Richtung angehören. Außer dem in extenso mitgetheiltem ministeriellen Schreiben, das ein Erfolg der Rabbinerversammlung ist, sei noch auf folgendes Resultat hingewiesen, das auch bereits in verschiedenen deutschen jüdischen Wochenschriften berichtet wurde. Aus Gesuch der Oberrabbiner, in den im Bau begriffenen Volkssanatorien für Lungenleiden Vorkehrungen zu treffen, die den jüdischen Patienten das Erfüllen ihrer rituellen Pflichten ermöglichen, wurde beschlossen, daß in den Gebäuden eine jüdische Küche vorgesehen werde. Auch in dem Sanatorium, das die Königin-Mutter dem Lande geschenkt, wurde auf deren Befehl eine Küche und eine Betstube für die jüdischen Patienten vorgesehen. Im allgemeinen blüht das Vereinsleben unter den Juden in Holland sehr stark. In den verschiedenen Städten Hollands mit größerer jüdischer Bevölkerung bestehen neben Vereinen mit religiösen und litterarischen Interessen unter den Juden auch solche, die einen mehr socialen Hintergrund haben. Es seien hier nur genannt der „Verein für die Interessen der jüdischen Soldaten in Holland", und der Arbeiterverein „Bezalel" in Amsterdam. Augenblicklich werden auch in Haag und im Amsterdam Schritte gethan, um jüdische Toynbee-Hallen zur Hebung des jüdischen Proletariats zu errichten. Außer in London und verschiedenen Städten in Rußland und Galizien wird nämlich nirgends in Europa ein so großer Procentsatz der jüdischen Bevölkerung zum Proletariat gerechnet werden müssen, wie in Amsterdam, Rotterdam und dem Haag. Die Ursache hiervon liegt weit zurück. Da vor der Emaucipation den Juden jedes Handwerk, mit einigen Ausnahmen, verboten war, hielt sich der größte Theil der ärmeren Juden nur an den Straßenhandel. Obschon nun mehr als ein Jahrhundert seither vergangen, ist die Zahl der jüdischen Handwerker noch verhältnißmäßig gering. In den letzten Jahren suchen darum verschiedene Vereine dahin zu wirken, daß der Straßenhandel soviel wie möglich reduciert werde und die die Schule verlassende Jugend ein Handwerk erlerne. Es ist wahr, daß in Amsterdam ein großer Theil der jüdischen Bevölkerung in den verschiedenen Zweigen des Diamantfaches thätig ist, aber für den Lehrjungen ist dieses Fach seit einigen Jahren geschlossen, da der allgemeine Diamautarbeiterverband ein Verbot erlassen hat, daß für eine bestimmte Zeit keine neuen Arbeiter yerangebildet werden dürfen. Seither haben sich in Amsterdam viele indischen Arbeiter dem Cigarrensache zugewandt, aber auch hier ist

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