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Im deutschen Reich · 1901-05-01 · Heft 5 (Mai 1901) · p. 294

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
7 (1901)
Issue
Heft 5 (Mai 1901)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1901-05-01
Page
294 (sequence 5)
Language
German
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294 Im deutschen Reich. Planes könne außerdem auch dazu dienen, das Vorurtheil zu beseitigen, als ob die Juden nur geeignet seien, sich bei der VerLheilung der Werthe und nicht'auch bei der Schaffung der Werthe wesentlich zu betheiligen. Wie vortheilhaft die Beschäftigung mit der Bodenkultur auch in hygienischer Hinsicht wirke, zeige sich zunächst in der israelitischen Erziehungsanstalt in Ahlem. Der Redner beantwortete hierauf die Frage, wie man kolonisieren müsse, damit, daß zwei Wege Vorlagen, derjenige der Einzel-Kolonisation und derjenige der genossenschaftlichen Kolonisation. Der letztere Weg sei unbedingt empfehlenswerther, weil bei denselben das Solidaritätsgefühl erzeugt, jede Katastrophe leichter überdauert, die Kreditfähigkeit gesteigert und erfahrungsmäßig von jedem einzelnen Genossen die Sittlichkeit und der Fleiß der Mitgenossen kontroliert werde. An einer Reihe interessanter Beispiele zeigt der Redner, welche günstigen Wirkungen bereits durch genossenschaftliche Kolonisation anderwärts in früherer Zeit erzielt worden seien. Er führte den Nachweis, daß ein Versuch genossenschaftlicher Ansiedelungen osteuropäischer Juden durchaus nicht schwierig sei, wenn derselbe die materielle Unterstützung wohlhabender deutscher Juden finde, vorausgesetzt, daß es gelingen würde, einen tüchtigen Fachmann als Leiter anzufteüen und eine Elitetruppe von Vorarbeitern als Unterlehrmeister zu gewinnen. Wenn nur ein einzelner solcher Versuch glücken würde, wäre für viele osteuropäische Juden gesorgt, denn dann würden sich die „Jcwish Colonization Association" oder auch wohlhabende Privatleute finden, welche weitere Ansiedlungen begründen würden. Der „Verein zur Förderung der Bodenkultur unter den Juden Deutschlands" stehe deshalb bereits im Begriff, ein mäßig großes Gut zu erwerben, um in einer jüdischen Musteranstalt tüchtige Landwirthe heranzuziehen, die als Vorbilder für die bei der Bodenkultur zu versorgenden osteuropäischen Glaubensgenossen dienen sollen. Hoffentlich werde dieser Versuch gelingen, die Unterstützung der wohlhabenden Glaubensgenossen in Berlin finden und den Keim für Versuche in größerem Maßstabe darstellen. Könnte es auf diesem Wege ermöglicht werden, die osteuropäischen jüdischen Proletarier in zufriedene Landleute zu verwandeln, dann würden sie das beste Zeugniß dafür ablegen, daß der Sinn für Brüderlichkeit, Gleichheit und Freiheit in den Juden lebendig ist und Werke zeitigt, die einen wahrhaft messianischen.Zug an sich tragen. — Nachdem lebhafter Beifall diese Ausführungen belohnt hatte, deutete der Vorsitzende aus die engen Beziehungen hin, welche zwischen den Zielen des „Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" und denjenigen des „Vereins zur Förderung der Bodenkultur für die Juden

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