Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1901)
- Article
- Die Juden als Soldaten
- Date
- 1901-05-01
- Page
- 260 (sequence 3)
- Language
- German
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260 Im deutschen Reich. zur Sprache gebracht worden ist, drucken wir hier noch eine Notiz ab, welche in der Nr. 6318 der „Danziger Zeitung" am-12. Oktober 187<> veröffentlicht wurde. Dieselbe lautet: „Wir werden von einigen unserer Landsleute, die vor Metz stehen, um Aufnahme folgender Zuschrift ersucht: „„So reich uns die Ost- und Westpreußen mit Liebesgaben bedenken, jo hat doch noch keiner unserer Glaubensbrüder daran gedacht, etwas für unsere Seelsorge zu thun. Der Stadt-Nabbinats-Verweser 1)r. Friedmann, in Mannheim hat sich darum bemüht, daß am Versöhnungstage für die jüdischen Soldaten des 1. Armeecorps ein gemeinschaftlicher Gottesdienst abgehalten wurde. Der kommandierende General von Manteuffel genehmigte per Telegramm die Entsendung eines Predigers; Dr. Blumenstein aus Mannheim, ein junger Theologe, trat seine Reise nach St. Barbe, dem Hauptquartier des General-Commandos des l. Armeecorps an. Ein Betlokal wurde ihm zur Verfügung gestellt und die nächstgelegene jüdische Mannschaft am 4. und f>. Oktober zum Gottesdienst nach St. Barbe commandiert. Der Gottesdienst am 4. währte von bis 7 Uhr, am 5. von 7 bis II Uhr und von lj2o bis 6V2 Uhr Abends. Eine berrlich ausgearbeitete Predigt hat uns erbaut und neuen Mut eingeflößt. Die Function eines Vorbeters übernahm Unteroff. Wolfs vom 5. Regiment aus Thorn, und' wir glaubten uns Alle in die Heimath versetzt. Das war wohl der erste Gottesdienst, der im Felde für jüdische Soldaten abgehalten wurde. Wir sprechen dem Großherzoglichen Stadt-Rabbiner zu Mannheim und besonders Herrn l)r. Blumenstein unseren innigsten Dank aus. Mehrere jüdische Unteroffiziere und Mannschaften des 1. Armeecorps." " Auch in dem jetzigen Feldzug in China bewähren sich die Juden als wackere Soldaten. Zu den Opfern, welche dieser Krieg bereits gekostet hat, zählt auch der aus der Provinz Posen stammende 24 Jahr alte Kaufmann Arthur Leiser, der im August v. Jahres als Freiwilliger nach China ging. Seinem Vater ging kürzlich folgendes aus Tientsin vom 30. März d. I. datierte Schreiben zu: In Erfüllung trauriger Pflicht habe ich Ihnen den Tod Ihres Lohnes mitzutheilen. Wie rasch und unerwartet sein Schicksal sich erfüllte, hat Oberleutnant Hagner Ihnen schon berichtet. Ihr Sohn ritt ungefähr 10 Schritte hinter mir. Was seinen Pony zum Scheuen veranlaßte, konnte ich nicht erfahren; ich hörte, als ich gerade die Brücke passiert hatte, den Fall ins Waffer. Ich eile zurück, Vorder- und Hinterleute bleiben stehen; keiner vernahm weiter einen Laut. Die Belastung durch Gewehr und Patronen muß ihn in die Tiefe hinabgezogen haben. Bis