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Im deutschen Reich · 1901-04-01 · Heft 4 (April 1901) · p. 225

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
7 (1901)
Issue
Heft 4 (April 1901)
Article
Berlin
Date
1901-04-01
Page
225 (sequence 3)
Language
German
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Korrespondenzen. 225 Eine Nachforschung seitens 36 jüdischer Notare über die Konfession ihrer Klienten hat, nach einem Berichte der „Allgem. Ztg. des Judenthums", ergeben, daß von den Personen, welche ihre Dienste in Anspruch nahmen, sich insgesammt 18 600 Christen und 6975 Juden befanden. Im „Liberalen Verein für "die Interessen der jüdischen Gemeinde", wo diese Statistik vorgebracht wurde, kam auch zur Sprache, daß der verstorbene Vorsitzende des „Bundes der Landwirte", von Ploetz, in einer wichtigen Familienangelegenheit einen jüdischen Notar aufgesucht, und, von diesem selbst auf seine Konfession aufmerksam gemacht, bemerkt haben soll, er wende sich an den Mann, zu bem er das meiste Vertrauen besitze. Dem Ausschuß des „Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes" ist der Bescheid des Ministers des Innern zugegangen, daß letzterer den Herrn Qberpräsidenten von dem Anerbieten Kenntniß gegeben hat, männliche israelitische Fürsorgezöglinge in die vom 1. Mai d. I. ab eröffnete Erziehungsanstalt zu. Repzin bei Schivelbein aufzunehmen und die Unterbringung männlicher ioraelitischer Fürsorgezöglinge, die nicht in diese Anstalt überwiesen werden sollen, in geeignete jüdische Familien, sowie weiblicher israelitischer Fürsorgezöglinge in jüdische Waisenhäuser oder geeignete Familien, zu vermitteln. Hierbei hat der Minister die Herren Oberpräsidcnten ersucht, die Landeshauptleute, Landesdirektoren und den Magistrat von Berlin dahin zu vcr,räudigen, daß sie dem Anerbieten des Ausschusses soweit als irgend möglich Nachkommen, auch mit Hülfe des Ausschusses geeignete Fürsorger ermitteln. Die Höhe der Entschädigung für die Unterbringung der Zöglinge in der Anstall und die Uebernahme der Mehrkosten des Transports in diese, gegenüber den Transportkosten in eine in der heimathlichen Provinz belegene Anstalt durch den Ausschuß, werden die zur Unterbringung der Zöglinge verpflichteten Kommunalverbände mit dem Ausschuß direkt ver-. cinbaren. Zum Leiter der von dem deutsch-israelitischen Gemeindebund verwalteten Fürsorge-Erziehungsanstalt in Repzin ist der Waisenhaus-Dirigent Siegfr. Rosenbaum in Jnowrazlaw ernannt worden. Preßprozesse gegen die „Staatsbürger-Zeitung" anläßlich der Konitzer Vorgänge sind bekanntlich sowohl von der Polizeiverwaltung in Könitz, als auch von der Gerichtsbehörde wie von verschiedenen Polizeibeamten Beleidigungsklagen gegen die „Staatsbürger- Zeitung" erhoben worden; die Zahl der einzelnen Anträge belauft sich, wie uns berichtet wird, auf 27. Die sämmtlichen Verhandlungs-

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