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Im deutschen Reich · 1901-04-01 · Heft 4 (April 1901) · p. 226

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
7 (1901)
Issue
Heft 4 (April 1901)
Article
Berlin
Date
1901-04-01
Page
226 (sequence 4)
Language
German
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gegenstände sind zu einer Strafsache vereinigt worden, die entweder Ende April oder Anfang Mai in Berlin zur Verhandlung kommen soll. Die „Deutsch-Sozialen Blätter" veröffentlichen unter der Überschrift „In eigener Sache" ein von der Hauptgeschäftsstelle der „Deutsch-Sozialen ReformparLei" W. 35, Kurfürstenstr. 44 an ihre Vertrauensmänner versandtes Rundschreiben, in dem es heißt: „Da der Konflikt durch die Magdeburger Vorgänge nun einmal unvermeidlich geworden ist, muß der Vorstoß auf der ganzen Linie mit aller Schärfe geführt werden. Auch für Verbreitung der „Deutschsozialen Reform", von der eine Probenummer beiucgt, bitte ich Sie wiederholt, sich freundlichst zu verwenden: Nicht nur die „Sachsenschau", auch die „Deutsch-Sozialen Blätter" gilt es zu verdrängen. Hochachtungsvoll W. Giese." — Das Liebermannsche Organ bemerkt dazu: „Zu diesem Zwecke und gleichzeitig als Rückzugsposition für "den Fall des Eingehens der „Deutschen Wacht", ist die in dem Briefe erwähnte Wochenzcitung „Deutsch-soziale Reform" in Dresden gegründet, zu deren Herstellung ausschließlich stehender Satz der „Wacht" verwendet wird." Der „Volt'szejtung" wird aus Posen geschrieben: „Ein jüdischer Bäckermeister auf der Judenstraße beschäftigte ein christliches Dienstmädchen. Als seitens des Bäckermeisters Mazze für die jüdischen Feiertage gebacken wurde, schnitt sich das Mädchen in den Finger, ließ das Blut in die Mazze laufen und zeigte das durch Blut verunreinigte Gebäck verschiedenen Arbeitern, indem es ihnen erzählte, der Meister habe Christenblut in die Mazze gebacken. Von der Behörde vernommen, räumte das Mädchen ein, daß es sich mit.dieser Erzählung nur an dem Meister habe rächen wollen. Das Mädchen wurde verhaftet". Dazu bemerkt die „Volkszeitung": „Wir zweifeln nicht, daß die geniale Dame alsbald Ehrenmitglied verschiedener Autisemitenvereine werden wird. Sie hat dem Antisemitismus ganz neue Bahnen seiner Wirksamkeit erschlossen". <3 Cottbus, 13. April. Der Obersekretär der hiesigen K. Staatsanwaltschaft, Johannes Krüdecke, der gleichzeitig als Inspektor des Gerichtsgefängnisses thätig war, hat sich in der Nacht zum 11. d. M. . in Halle selbst entleibt. Krüdecke fungirte seit Jahren als Vorsitzender der deutsch-nationalen ReformparLei in Kottbus und hat als solcher noch kürzlich die Versammlungen geleitet, in welchen Liebermann v. Sonnenberg über den „Mord in Könitz" sprach. Es war sein letztes öffentliches Hervortreten. Wie man erzählt, ist er nach Halle a. S. gefahren, um seinem Leben ein Ziel zu sehen, weil eine Untersuchung über in seinem Ressort begangene Unterschlagungen im Gange war.

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