Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 4 (April 1901)
- Article
- Wissenschaft oder Gefühlsäußerung?
- Date
- 1901-04-01
- Page
- 200 (sequence 4)
- Language
- German
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200 Im deutschen Reich. und der Buchstabenschrift, sie haben die drei' großen weltbeherrschenden Religionen, den jüdischen Monotheismus, das Christenthum und den Islam geschaffen. Die Araber haben dann' ebenso durch ihre Eroberungen wie durch ihren Handel, ihr Wissen und ihre Erfindungen eine bedeutende Rolle im Mittelalter gespielt. Die Semiten waren mit ihrem leidenschaftlichen Gemüth, ihrem energischen Muth, ihrem hartnäckigen, zäh das Erworbene festhaltenden Willen, ihrem Glauben an ausschließliche Berechtigung, ihrem herben Egoismus, ihrer scharfen Abstraktionskraft, die Mauerbrecher für die höhere Kultur der abendländischen Menschheit; sie wurden in vielem die Lehrer der Jndogermanen und wirken durch die Juden auch heute noch überall mehr oder weniger als ein Leben und Reibung erzeugendes, theils Fortschritt, theils Auflösung bringendes Element in den indogermanischen Staaten fort. Wir wollen statt der einseitigen Verurtheilung ihrer Rasseeigenschaften durch einen ihrer Söhne durch Ernst Renan, lieber Chwolson, der auch selbst Semite ist, die Rasse charakterisieren lasten. Er sagt: „Derpraktische, nüchterne, mathematische, ja spitzfindige Verstand hat bei den Semiten alle Mythologie, alle Mystik, alles Epos, alles Drama ausgeschlossen; er ist in Religion und Wissenschaft relativ früh zu einfachen großen Ergebnisten, zu einer klaren Erfassung des empirischen Lebens gekommen; die scharf ausgeprägte, subjektive Individualität der Semiten erlaubt innige Hingabe an Familie und Stamm, hat aber stets staatlicher Unterordnung widerstrebt, trotz des weichen, fast weichlichen Sinnes für Mild- und Wohlthätigkeit, und trotz der raschen Empfänglichkeit für allgemeine Ideen; das Ideal des Semiten war nie in erster Linie die Tapferkeit, sondern die weise Gerechtigkeit; geistige Eigenschaften überschätzte besonders das Judenthum stets gegenüber körperlicher Kraft und Gesundheit; harte Ausnutzung der eigenen Klugheit, besonders gegen unreife Stämme anderer Raffen, spielende, witzelnde, sarkastische Selbstüberhebung, Habsucht und Sinnlichkeit sind die nicht zu leugnenden Schattenseiten des im Uebrigen so reich begabten Rastentypus." „Paßt diese Schilderung der Semiten im Ganzen auch auf die seit zweitausend Jahren zerstreut lebenden, überwiegend dem Handel ergebenen Juden, so fragt sich freilich immer, was hiervon auf den semitischen Rastentypus und was auf die Schicksale und die Berufsthätigkeit dieses Zweiges zurückzuführen sei. Sicher ist, daß die Juden heute allerwärts als Händler, Unternehmer, Bankiers und Journalisten eine führende Rolle spielen, und daß dies ebenso mit ihrem Rastentypus wie mit ihrer Jnternationalität zusammenhängt; ihre große schriftstellerische und politische Thätigkeit schließt nicht aus, .daß der