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Im deutschen Reich · 1901-04-01 · Heft 4 (April 1901) · p. 188

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
7 (1901)
Issue
Heft 4 (April 1901)
Article
Die Juden im preußischen Osten
Date
1901-04-01
Page
188 (sequence 4)
Language
German
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188 Im deutschen Reich. fahren würden als die Produzenten, mag dahingestellt bleiben. Die Thatsachen einer gehässigen wirthschaftlichen Befehdung der Juden durch den „Poi'ttzp", den „Wielkopolanin" und andere ähnliche polnische Blätter steht fest und ebenso, daß jene Blätter den schlechten Zweck durch das noch schlechtere Mittel zu erreichen suchen, besonders unter der ländlichen Bevölkerung der Provinz Posen den religiösen Fanatismus zu entflammen und dadurch das friedliche Zusammenarbeiten der Bekenner verschiedener Religionen fast unmöglich zu machen. Es ist noch nicht lange her, da tagte in Jersitz eine Versammlung, in welcher ein Redakteur des „Postep" das Wort führte. In jener am 2. Dezember 1900 im überfüllten WendL'schen Saale abgehaltenen Versammlung, welche nur der „Sache des polnischen Sprachunterrichts" gelten sollte, sagte der Redakteur des „PostM", Knapowski, nicht die Deutschen, sondern die Juden seien die größten Feinde der Polen. Nicht der Deutsche habe die Absicht, den^ Polen materiell zu Grunde zu richten, sondern der jüdische Kaufmann j und Großindustrielle sei es, der vermöge seines großen Kapitals die! materiell schwachen Polen erdrücken wolle. Der Jude sei namentlich in politischer Beziehung sehr wankelmüthig; heute sei er ein Deutscher, morgen ein Pole und am dritten Tage ein Franzose! In diesem' Tone ging es weiter und der lebhafte Beifall, den diese gehässigen Ausfälle fanden, zeugte deutlich genug dafür, daß die in der Versammlung zumeist vertrelenen Elemente für die „ihnen von den polnischen Gesinnungsgenossen der deutschen Judenfeinde" als möglich dargestellte materielle Kräftigung weit empfänglicher waren als für nationale polnische Interessen! Der polnische katholische Adel ist viel zu ritterlich gesinnt, um dieses Unwesen gut zu heißen oder sich gar an demselben zu be» theiligen; die polnische hohe Geistlichkeit verhehlt nicht, daß sie die Judenhetze grundsätzlich mißbilligt; aber die Geschäftsantisemiten, welche von diesem Treiben Vortheil ziehen, lassen sich dadurch nicht irre machen, sondern richten selbst gegen Adel und Geistlichkeit giftige Angriffe, um diesen jede duldsame Aeußerung gründlich zu verleiden. Wo dies noch nicht genügt, die höheren polnischen Kreise einzuschüchtern, tritt an die Stelle des antisemitischen. Terrorismus die böswillige Verleumdung, und die Haltung, welche neuerdings polnische Organe zeigen, die sonst zu den gemäßigteren zählten, beweist, daß dieses Mittel seine Wirkung keineswegs verfehlt. Als in der Protestversammlung am 25. Februar Herr Assessor M. Jaffs ohne den Schimmer irgend eines Angriffs gegen die Polen auf Grund geschichtlicher Feststellungen den Juden nachrühmte, sich um das Deutsch-

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