Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 3 (März 1901)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1901-03-01
- Page
- 161 (sequence 7)
- Language
- German
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Umschau. 161 „Deutsch-Sozialen Blättern" bezeugt worden ist, der „Staatsbürger- Zeitung" als Kronzeuge für das Vorkommen von Ritualmorden. Das noble Blatt druckt ein von Leopold Landau in Pforzheim den deutschen Rabbinern gewidmetes Schandgedicht ab und fügt die Bemerkung hinzu: „Hier wird also von jüdischer Seite das Bestehen einer Blutsekte angedeutet, um welches ganz Israel weiß. Die Rabbiner wissen daher auch um die Blutmorde, und wenn sie trotzdem die Thäter der Strafe-zu entziehen und den Verdacht auf unschuldige Christen zu lenken suchen, so machen sie sich zu Mitschuldigen des Blutmordes. Eine solche Anklage, öffentlich von jüdischer Seite erhoben, darf denn doch nicht unbeachtet bleiben." — Wir haben bereits im März 1900 (Heft 3 Jahrgang 6 S. 174) von Leopold Landau berichtet: „Der Verfasser des betreffenden Cirkulars hat schon vor längerer Zeit die Redaktion der „Deutsch-Sozialen Blätter" mit zahlreichen Zuschriften beglückt, deren verwirrter Inhalt diese antisemitische Redaktion veranlaßte, dem Absender mitzutheilen, daß. seine Briefe künftig in den Papierkorb wandern würden. Das Wiener' „Deutsche Volksblatt" ist minder schwierig gewesen, und der „Deutsche General-Anzeiger" Sedlatzet's druckt das Cirkular vollständig ab, obgleich jeder urtheilofähige>8eser sofort erkennen wird, daß dem Verfasser, der sich wiederholt in der Heilan stalt Jllenau befand, mindestens dieselben Strafbefreiungsgründe zur Seite stehen — wie dem Grafen Pückler! Laut amtlicher Bescheinigung des Pforzheimer Bezirksamts ist Leopold Landau vom 18. Dezember 1894 örs 10. Januar 1895, vom 25. Januar 1899 bis 25. Februar 1899 und vom 1. Januar 1900 bis 1. Februar 1900 in der badischen Heilanstalt Jllenau untergebracht gewesen. Offenbar ist der arme Mann schon wieder rückfällig! Eine Partei, deren Eideshelfer aus dem Jrrenhause kommen oder in dieses gehören, wäre längst zu Grunde gegangen, wenn nicht durch die rücksichtloseste Ausbeutung des Koniher Mordräthsels eine gedankenlose Menge verwirrt worden wäre und nicht die politischen Reaktionäre und agrarischen Dolksausbeuter im Antisemitismus ein williges Werkzeug für ihre' Jntcreffenwirthschaft erblickt und deshalb demselben jede mögliche Förderung gewährt hätten. Der Geschäftsführer derdeutsch-sozialenReformpartei, vr.Giese, der zwar in einer gegen Raab und Liebermann gerichteten Schrift mit beiden früheren Parteigenossen schonungslos abrechnete und die Trennung von denselben als eine wahre „Erleichterung" bezeichnete, erklärte offen in. der Versammlung des Brandenburgischen Provinzial-Vereins der Reformpartei,' daß in Folge der Konitzer Affaire eine neue