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Im deutschen Reich · 1901-03-01 · Heft 3 (März 1901) · p. 158

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
7 (1901)
Issue
Heft 3 (März 1901)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1901-03-01
Page
158 (sequence 4)
Language
German
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(>m üi'ui|cyen"^Ve'lch. sagt die „Frankfurter Zeitung": „Es giebt auchRowdies in Glacehandschuhen, und diese sind meist schlimmer als die Rowdies von der Straße, weil sie gewöhnlich nicht ihre eigene Haut zu Markte tragen, sondern andre zu verhetzen suchen, die^dann die Sache auszubaden haben. Die überwachenden Polizeileutnants haben allerdings ausgesagt, daß die (zum Hauen mit Knüppeln und Stöcken auffordernden) Ausführungen des Grafen Pückler nur symbolisch und bildlich aufzufassen gewesen seien und von dem durchweg anständigen Publikum auch so aufgefaßt worden seien, da sie nur Heiterkeit erregt hätten. Auch in den früheren Prozessen gegen den Grafen Pückler haben die Polizeibeamten von dem „seinen" Versammlungspublikum gesprochen. Auf diese Weise ist das Gericht wiederholt zu Freisprechungen des Dreschgrafen gelangt, der darüber, daß er die „Lösung der Judenfrage durch Keile" auch nicht mit einer geringen Geldstrafe zu büßen brauchte, selbstverständlich hocherfreut war. Dieser Freude gab er in der am 20. Februar in der „Viktoria-Brauerei" abgehaltenen Versammlung durch die drastischen Worte Ausdruck: „Meine Freunde in Moabit sind ganz famose Kerls, die das Herz auf dem rechten Fleck haben und die ihren Stammesgenossen nicht im Stich lassen". Am 2. März wurde ihm jedoch abermals die Freude gegönnt „seine Freunde in Moabit" wiederzusehen und sich für eine am 14. Dezember v. Js. gehaltene Rede zu verantworten, in welcher er u. a. gesagt hatte: In der Nähe des Thrones wimmele es von Juden; der Bund der Landwirthe traue sich nicht an die Juden heran. Er werde vielleicht mal wieder Amtsvorsteher, dann habe ihm keine Polizei etwas zu sagen, dann weide er 24 Centimeter-Haubitzen auffahren und sie auf die Juden abfeuern lassen; die Anwesenden möchten dann zu ihm kommen und auf Juden loshaueu, jeder Jude müsse durchgehauen, jeder Zeituugsjude rausgcschmissen werden rc. rc. Der Angeklagte Graf Pückler meinte, daß dies Scherze gewesen feien, wie sie in einer Volksversammlung üblich seien. Der muthige Graf verkroch sich hinter der Ausrede, nur gespaßt zu haben; aber der Staatsanwalt Kanzow beantragte seine Bestrafung, um das weitere Halten solcher spaßhaften Reden unmöglich zu machen. Die Verhandlung wurde zunächst vertagt, um die von dem Vertheidiger des Grafen angebotenen Beweise prüfen zu können. Daß solche Insinuationen „es wimmele in der Nähe des Thrones von Juden", wenn nicht das „feine Dersammlungspublikum" so doch einzelne minder feine Leser dieser Reden in den antisemitischen Blättern zum Haß gegen den Thron entstammen können, ist keineswegs unglaubhaft. Andererseits ist nicht zu verkennen, daß sich Graf Pückler

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