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Im deutschen Reich · 1901-03-01 · Heft 3 (März 1901) · p. 157

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
7 (1901)
Issue
Heft 3 (März 1901)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1901-03-01
Page
157 (sequence 3)
Language
German
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'lunjajauv ehrliche Kontre-Admiral Plüddemann ist durch diese Kündigung dafür bestraft worden, daß er in seinem Kniender einen sehr naheliegenden Vergleich zwischen der deutschen Antisemiten-Bewegung und dem Borerthum in China Der Präsident des FloLtenvereins, Fürst zu Wied, ließ ihn deshalb fallen und kündigte dies öffentlich mit der Bemerkung an, daß er nun hoffe, die ihm zugegangenen Austrittserklärungen würden daraufhin wieder zurückgenommen werden. Soviel hat der Fürst dadurch jedenfalls erzielt, daß die Antisemitenblätter jubelten und der Hoffnung Ausdruck verliehen, „daß überall da, wo sich in nationalen Vereinigungen judenschützerische Bestrebungen a la Plüddemann breitmachen, sie dieselbe nachdrückliche Remedur erfahren, wie im vorliegenden Falle". Die eingefleischten agrarischen Hintermänner der „Deutschen Tageszeitung" sorgen schon dafür, daß in den hochkonservativen Kreisen solche „judenschützerische" Bestrebungen nicht aufkommen oder im Keime erstickt werden. Dieses „Organ für den agrarischen Antisemitismus", gegen welches die offiziöse Abkanzelung der „Nordd. Allg.-Ztg." wohl in erster Reihe gerichtet war, hat bei den Erörterungen anläßlich der Kanalfrage, den Neuerungen über den „Brotwucher" und besonders bezüglich der „Engländerei" einen Ton angeschlagen, der weit aufreizender war als die Sprache, die in sozialdemokratischen Kreisen geführt zu werden pflegt. Selbst dem au derbe Sprache gewöhnten Herausgeber des antisemitischen „General- Anzeigers" ist dieser Ton aufgefallen. Als die „Deutsche Tageszeitung" sich die Bemerkung leistete, daß ein herzlicher Empfang des Königs Eduard ausgeschloffen scheine, „obgleich es Ln Berlin Hurrahpöbe! und Maulaufreißer genug giebt", schrieb Karl Sedlatzek: „Es muß schon weit gekommen sein, wenn ein so „königstreues" Blatt, wie es die „Deutsche Tageoztg." zweifellos ist, von der spalierbildenden „patriotischen" Menge nur mehr per Hurrahpöbel und Maulaufreißer redet". Rach dem Bremer Attentat beeilte sich aber das Agrarierblatt dasselbe für seine Parteizwecke auszubeuten und sich wieder dem angeblichen „Hurrahpöbel" zu nähern, damit ja niemand etwa auf den Gedanken komme, die abscheuliche Thal des neuen „Hödels" auf eine gewisse Gesinnungsrohheit zurückzuführen. Wenn 'man sich fragt, woher es kommt, daß die Verrohung selbst in solchen Kreisen zunimmt, die sich seblst zu den gebildeten rechnen, dann braucht man nur die aufreizenden Reden nachzulesen, welche von den antisemitischen Führern in den letzten Jahren gehalten worden sind. Diese Reden haben sicher mit den Anlaß zu manchen schlimmen Ausschreitungen gegeben, welcheleidernurzurBeftrafungderaufgereiztenLeute, nicht zu derjenigen.der intellektuellen Urheber geführt haben. Sehr richtig

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