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Im deutschen Reich · 1901-02-01 · Heft 2 (Februar 1901) · p. 114

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
7 (1901)
Issue
Heft 2 (Februar 1901)
Article
Prof. Dr. Zange [Rezension]
Date
1901-02-01
Page
114 (sequence 4)
Language
German
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114 Im deutschen Reich. eines stärkeren, aber durchaus begründeten Ausdrucks bedienten. Der Antisemitismus scheint ansteckend, seine Methode leicht übertragbar und der Geistesarbeit gefährlich zu sein. Der Herr Verf. und mit ihm die Resolution zieht aus der ebenso kränkenden wie unrichtigen Vorstellung von einem jüdischen Lehrer den Schluß, solche Männer dürfen mit dem verantwortungsvollen Amte der Erziehung und des Unterrichts der deutschen Zugend nicht betraut werden; allein wir haben gezeigt, daß die Voraussetzung willkürlich und falsch, mithin die Folgerung unhaltbar ist. Es ist bezeichnend, daß die Versammlung — und zwar im wesentlichen Unterschiede zu dem Referenten — der Ansicht ist, daß der konfessionelle Charakter der Schule „in der Glaubens- und Gewissensreinheit des Lehrerkollegiums", nicht auch in der des Schülermaterials und der Unterrichtsmittel besteht. Nur als Religionslehrer ist dem Juden der Zutritt in die „deutsche öffentliche Erziehungsschule jeder Art, der höheren wie der Volksschule" gestattet. Wir machen darauf aufmerksam, daß in den letzten Leiden Sätzen der Resolution in sehr ungleichem Tone und mit zunehmender Schärfe von dem katholischen und dem jüdischen Lehrer gesprochen wird; das hat, wie der Verfasser zugiebt. seinen Grund darin, daß jener noch dem Christenthum, wenn auch der Konfession der Minderheit, dieser aber einer andern Religion angehört, die zufrieden sein muß, von dem Staate geduldet zu werden, sich aber die Unduldsamkeit gewisser Staatbürger gefallen lassen soll. Das ist krasser Antisemitismus, der von jedem rechtlich denkenden Staatsbürger, nicht nur von dem jüdischen, bekämpft werden sollte. Die Juden wollen aber keine Gnade, am wenigsten von den Antisemiten, sie verlangen ihr- Recht und wehren sich gegen die, welche es ihnen schmälern oder entziehen wollen. Sie hoffen zuversichtlich, daß diejenigen, welche heute noch die Hintertreppen belagern und den Sturm auf die Vordertreppen vorbereiten, von einsichtigen und überzeugungstreuen Männern in ihre Schranken werden gewiesen werden. —- So viel über die Angriffe, soweit sie sick gegen die Persönlichkeiten und die Ehre des jüdischen Lehrers richten. Der Verf. geht aber in feiner Forderung weiter als der XL Deutsche Evangelische Schulkongreß, er sieht in der Konfessionalität der höheren und der Volksschule ihre — nicht nur der Lehrer — Glaubens- und Gewissensreinheit. Diese Forderung glaubt er ziehen zu müssen, l.aus der Geschichte der Religion und Konfession in der Schule, 2. aus Natur und Wesen der Erziehungsschule und 3. mit Rücksicht auf die an der Erziehungsschule Betheiligten. Bei dem zuerst erwähnten Punkte begiebt sich der Verfasser mit beneidenswertem Muthe auf;

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