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Im deutschen Reich · 1901-02-01 · Heft 2 (Februar 1901) · p. 94

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
7 (1901)
Issue
Heft 2 (Februar 1901)
Article
Berlin
Date
1901-02-01
Page
94 (sequence 5)
Language
German
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94 Im deutschen Reich. heute geschlossen. Beide Theile haben sich an das beiderseits geschwollene Herz gedrückt". In dem Leitartikel „Betrachtungen Zum Krönungs-? Jubiläum" schreibt die „Staatsbürger-Zeitung": „Einige Ordensverleihungen rufen gewisse politische Erinnerungen hervor". Das Blatt bespricht dann die dem Regierungspräsidenten von Gescher in Münster in Wests, und verschiedenen höheren richterlichen Beamten verliehenen Auszeichnungen in einer Weise, die auf die ostbetonte monarchische Gesinnung dieses Blattes und dessen Achtung vor der Beamtenschaft ein „mindestens eigenthümliches" Licht werfen. Selbst ein sozialdemokratisches Blatt würde sich hüten, Auszeichnungen hochachtbarer Beamten mit einer Verdächtigung oder Streberei zu verquicken. Am 1. Februar theilte Graf Pückler im Wahlverein der deutschsozialen Reformpartei zu Berlin mit, daß er am Tage zuvor von dem Oberverwaltungsgericht endgiltig seines Postens als Amtsvorsteher entsetzt worden sei. Sodann hielt er in gewohnter Manier eine Rede, die nach dem Bericht der „Staatsbürgerztg." noch konfuser als sonst gewesen sein muß. Nach der „Staatsbürgerztg." ging er von der seltsamen Klage aus, daß sich leider in der deutschen Armee schon vielfach der Geist des Judenthums bemerkbar mache. Der Kaufmann Friedrich Pape wurde wegen der ihm zur Last gelegten Unterschlagungen von etwa 3500 M. verhaftet. Daß Pape noch, wie mehrere Blätter berichteten, Vorsitzender des Gaues Brandenburg vom „Verband deutsch-nationaler Handelsgehilfen" war, hat sich nicht bestätigt. Die Annahme rührte daher, daß Pape auch' ohne seine frühere ofsizielle Stellung in dem antisemitischen Verband eine hervorragende Rolle spielte. Das Organ des Verbandes, die „Deutsche Handelv-Wacht" beklagt sich bitter darüber, daß man die Verfehlungen Papes unter Unterstreichung seines früheren Amtes dem Verband an den Rockjchoß hänge. Das edle Blatt weiß wohl nicht, daß die Antisemiten jede Verfehlung eines einzelnen Juden gegen das gesammte Judenthum auszubeuten suchen? Von unserem am 5. Februar dahingeschiedenen treuen Dereinsmitgliede. dem Rechtsanwalt und Notar, Justizrath Felix Litthauer, sagt die „Allg. Zrg. des Judenthums": „Der Verstorbene erfreute sich nicht nur bei seinen Berussgenoffen hoher Wert schätzung, sondern war in den weitesten Kreisen wegen der Lauterkeit seines Charakters und seiner vortrefflichen persönlichen'Eigenschaften außerordentlich geachtet und beliebt. Justizrath Litthauer galt für eine Autorität auf dem Gebiete des Handelsrechts, sein Kommentar zum Handelsgesetzbuch er-

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