Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1901-02-01 · Heft 2 (Februar 1901) · p. 78

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
7 (1901)
Issue
Heft 2 (Februar 1901)
Article
Das Tödten der Schlachtthiere
Date
1901-02-01
Page
78 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2316602-2316676-2316679-2327276--07775-2327360
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

78 Im deutschen Reich. Es ist wünschenswerth, daß alle diejenigen, die sich in dieser Frage ein Unheil bilden wollen, sich persönlich von der Art des Todtens der Schlachtthiere überzeugen. Schreiber dieses hat vor Kurzem Gelegenheit gewonnen, dem Central - Schlacht. Viehhof in Berlin einen Besuch abzustatten. Das zu schlachtende Rind wird cst mit, oft ohne Widerstreben resp. Knutenhieben aus dem StaÜ über den geräumigen Hof in das saubere und höchst praktisch eingerichtete Schlachthaus geführt. Soll es geschachtet werden, so wird es mit dem Kopf an einem am Boden befindlichen Ringe befestigt; um die Beine wird eine Kette gelegt; die Kette wird mittelst einer Winde angezogen und das Ttner dadurch geworfen. Nun wird der Hals gestreckt und blitzschnell durchschneidet der Schächter mit haarscharfem Messer die Weichtheile des Halses. Das Blut stürzt in dickem Strom heraus und unter Zuckungen verliert das Thier offenbar schnell das Bewußtsein und verendet. Daß das Thier schnell bewußtlos wird, kann man leicht beim Tödten der Hammel beobachten, die ebenfalls durch Schnitt getödtet nur ganz kurze Zeit vom Schlächter gehalten werden und unter krampfhaften Zuckungen schnell verenden. Wie ist nun der Vorgang beim „Schlagen" des Scblachtthiers? Dem in den Schlachtraum gerührten Rind wird von einem Manne der Kopf, zuweilen mit verbundenen Augen und meist ohne Maske, hochgehalten. Ein zweiter schlägt mit einem lang gestielten Hammer wuchtig auf die Breitseite der Stirn. Ost stürzt das Thier wie vom Blitz getroffen zu Boden und verendet unter Zuckungen wie nach dem Schächten. Ost aber ist ein zweiter und dritter Schlag erforderlich, bis es stürzt, und selbst dann noch sind zuweilen wiederholte Schläge, bis zu 15, nöthig, um es ganz .u betäuben. Tabei kommt es nun vor, daß das Thier nicht still hält, was die Prozedur verlängert. Ja. es läuft nicht selten davon, nachdem es ein oder zu ei Hammersii läge erhalten hat. Nun muß es auf dem Hofe hcrumgejagt und wieder einzefangen werden. Es sträubt sich jetzt zitternd, den Schlachtraum wieder zu betreten, wird gestoßen, geschlagen. Schreiber dieses iah einen jungen Bullen, der so zugerichtet war daß er ein Bein lahm nachschleppte; ein Auge war zu einem blutigen Klumpen geschlagen, und selbst dann wurde er nur dadurch in den Schlachtraum gebracht, daß man ihm eine Kette um den Halo legte und ihn vermittelst einer Winde hineinjchleifte. Dabei erstickte er, kam wieder langsam zu sich, als man die Kette abnahm und wurde dann durch Schläge getödtet. In einzelnen Städten giebt es andere Vorrichtungen. Auf dem Lande besonders sind die Vorrichtungen, auch für das Schächten, natur-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.