Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1901)
- Article
- Dr. Ludwig Cron [Rezension]
- Date
- 1901-01-01
- Page
- 59 (sequence 4)
- Language
- German
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Bücherschau. 59 Unter den Berufen, die ein festes Gehalt eiubringcn, sollen doch wohl vornehmlich die richterliche Laufbahn und das höhere Lehramt gemeint fein. So oft nun ein Jude Amtsrichter oder Oberlehrer geworden, hat die Krenz-Zeitung auf die Gefahr hingewiesen^ die dem Staate dadurch drehe, daß die Juden sich zu diesen Berufen und den höheren Beamtenstellungen überhaupt mit besonderer Vorliebe drängen. Das Alles scheint sie jetzt vergessen zu haben, da sie behaupet, daß die Juden die Stellungen vorziehen, die kein festes Gehalt einbringen. Wie will das fromme Blatt diese beiden Behauptungen miteinander in Einklang bringend Woher weiß die „Kreuz-Zeitung" überhaupt, welche Berufe die Juden vorziehen? Im Kapitel von der Studienwahl hat der Verfasser die Zahlen für die Juden nicht angegeben. Wir bedauern dies sehr. Diese Zahlen fürchten wir am allerwenigsten. Die Leser der „Kreuz-Zeitung" müssen natürlich annehmen, daß die Behauptungen ihres Referenten nicht ans der Luft gegriffen sind, sondern daß sie durch ausführliche Zahlen des Verfassers gestützt werden. Nichts von alledem! Es kann ja nicht anders fein, also ist es so. Vir behalten uus vor, gerade diesen Punkt statistisch genau zu untersuchen und wenn angängig, unsere Untersuchungen auf alle deutschen Universitäten und Hochschulen auszudehnen. Nur an einer Stelle ist auch von der Studienwaol der Juden die Rede. Es wird als besonders auffallend hervorgehoben (Seite 9), daß gegenüber ihrem sonstigen Studicneifer die Juden eine nur sehrgeringe Zahl von Studenten nach der Technischen Hochschule Karlsruhe schicken. Aus 1670 Christen tommen hier nur 27 Juden, während sic uo Studenten härten stellen müssen. In dieser Beziehung sind die Verhälruisse der Juden sehr ähnlich denen der Katholiken. Auch bei diesen ist das Zurückbleiben im technischen Studium besonders ausfällig. Von ihnen sagt Versaffcr (Seite 82): „Das geringere Interesse der Katholiken, ihre Scheu geradezu, wie wir es früh r nannten, die in erster Linie der wirthschattlichen Entwicklung und Wohlfahrt gewidmete Technische Hochschule zu beschicken, kennzeichnet sich hier auf der ganzen Linie . . . : . „Sie beweisen mit diesen'Zahlen au sich wie im Zusammenhänge mir ihren Zahlen an den Universitäten, daß ihre wirthschaftliche Schwäche kein Zufall ist, sondern mit ihrer religiösen Entwickelung in engem Zummmenhange steht. Sie entbehren der witthschaftlichen Kiafr und damit des wirth. schaftlichen Bedürfniffes und der wiNhschaftlichen Nachhaltigkeit. . ... . so dah wir schon den Eindruck konstatieren mußten, als entbehrten vielfach die Katholiken der sicheren Fühlung mit den Vorgängen des Wirtschaftslebens." Was -würde wohl die „Kreuzzertung" dazu sagen, wenn wir für das Zurückbleiben der Juden auf technischem Gebiete dieselben Gründe