Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1901)
- Article
- Dr. Ludwig Cron [Rezension]
- Date
- 1901-01-01
- Page
- 58 (sequence 3)
- Language
- German
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Im deutschen »kiel) *8 den Juden garnicht (Landwirthe, Beamte ohne akad. Bildung, Apotheker, Offiziere, Künstler, Arbeiter, Journalisten) und 4 weitere nur sehr schwach vertreten waren (Niedere Vedienteste, Geistliche, Lehrer mit akad. Bildung, Gutsbesitzer). Die Zahlen für die Kaufleute in den verschiedenen Jahrfünften waren bei den Christen: 87 99 121 167 237 Juden: 9 18 42 63 64 Auch bei den Christen wird an d.eser Stelle der Parallelismus zwischen Studienzugang nnb Wirlhschaftslage vermißt. Während diese im 3. Jahrfünft fällt, steigt jener um 22 vom Hundert. „Man darf nicht von vornherein und ohne Weiteres erwarten, in der Lage deS KanfmannsstandeS den getreuesten Anzeiger für die allgemeine WirthschaftSlage zu finden. Der Kaufmann eilt in gewissem Sinne seiner Zeit voraus, hoffend, daß die Thatfachen seinen Aufbau stutzen werden. Für unsere Zahlen kommt noch ein Besonderes hinzu, über dessen Bedeutung nran sich ebenfalls klar sein muß, die Anteilnahme der Israeliten am Stndienzugange. Sie ist eine durchaus neuzeitliche Erscheinung, soweit es sich um die Bctheiligung einer größeren Za!;! von Israeliten handelt. Diese Erscheinung darf Glicht mit dem gleichen Ma aß stab gemessen werden, wie die Studienbctheiligung der katholischen und evangelischen Christen. Ehedem zurückgestotzen, in besondere Gassen zusammengedrängt, ohne bürgerliche Rechte, verachtet, nur zum niedrigsten Handel zugelassen, hat erst nach der Freisprechung in der Neuzeit die Zudenschast begonnen, sich von der Ein« seiiigkeit ihres' jahrhundertelangen geistigen AbscitSlcbenS loöznsagen. Durch den Willen unserer nach dein Prinzipe'angeblich jo sanftrnüthigen und barmherzigen und am ersten nach dein Himmlischen trachtenden Christenheit auf den Erwerb des „schnöden MammonS" geradezu gezüchtet, ist die Judenschaft eine wirthschasrlrche Großmacht geworden, und wenn sie nun eine wesentliche Seite des neuzeitlichen WirthschaftSlcbens, die höheren Studien, zu'ergreifen anfängt, so thut sie es mit der Zähigkeit sowohl als mit-dem wirthschafilichen Fundus, zu denen beiden ihr unsere seltsame Art von Duldsarnkeil verhotfen hat. Für sic gilt daher in der Studieutheilnahme einstweilen keine Regel alS diejenige des vom Reiz der Neuheit erhöhten fortgesetzten Vordringens." (Seite 70.) Dcr Verfasser scheint hier übrigens übersehen zu haben, daß bei den Inden im 5. Jahrfünft ein Stillstand cingetreten ist, während die Zahl der Christen nm 42 vom Hundert gestiegen ist. Von einen! „fortgesetzten Vordringen" kann also eigentlich keine Rede sein. Hierzu meint nun die „Kreuz-Zeitung": „Wenn die Christen die Juden durch Bedrückung zu einer wirtschaftlichen Großmacht „gezüchtet" haben, so würde das jedenfalls nicht gelungen sein, wenn den Juden dre wirthjchaftljchen Talente nickt in einer so wunderbaren Art angeboren wären. Sie zeigen sie -auch dadurch, daß sie die Berufe, welche kein festes Gehalt einbringen, den anderen vorziehen; sie wissen genau, dH sie mit ihrer Geriebenheit so weiter kommen."