Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1901)
- Article
- Dr. Ludwig Cron [Rezension]
- Date
- 1901-01-01
- Page
- 57 (sequence 2)
- Language
- German
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.Bücherschau. 57 sanunen und finden, daß in den Jahren 18i5U—1*93 die Christen 5884, die Juden 317 Studenten stellten. In dieser Zeit stand die christliche Bevölkerung zur jüdischen im VerhäLtrnß von 57%: 1, während die Studientheilnahme etwa durch das Verhältniß 18l/2:1 bezeichnet wird, so daß also die Juden 3 Mal so viel Studenten entsandten. als ihnen nach der Bevölkerungszahl zugekommen wäre. Noch deutlicher wird die Sachlage gekennzeichnet durch die Anlage nach Jahrsünften. Von je 10 000 Einwohnern (der betreffenden Konfessionen) studirten: in den Jahren 1*69—1873 1874-1878 1879—1883 bei den Christen 7 6,5 6,2 bei den Juden 9,6 12,7 24,4 in den Jahren 1884—1888 1889—1393 Lei den Christen 9,6 11,4 bei den Juden 35,5 36 Da im allgemeinen die Zahlen darauf Hinweisen, ,,daß für wichtige Momente im Entich'usse zum Studium mehr als das Gtaubensbekenntniß, wirthschaftliche Gründe es sind, die den Ausschlag geben", so stellt Verfasser den Gang des Wirthschastslebens in den Jahren 1869—1893 sehr eingehend dar und kommt zu dem Resultat: „Ansteigen ist die Tendenz des (erstverglichenen) zweiten und des letzten Jahrfünfts, Abfallen diejenige der beiden mittleren." Während nun die Studienzugänge bei den christlichen Konfessionen ähnliche Verhältnisse zeigen, gehen die Zahlen der harten ganz andere Wege. Sie zeigen in allen Jahrfünften eine steigende Tendenz und scheinen sich um die jeweilige Wirthschaftslage überhaupt nicht zu kümmern. Wenn nun den Juden, wie die Kreuz-Zeitung behauptet, „die wirthschaftlichen Talente Ln einer so wunderbaren Art angeboren" wären, so müßten sich dieselben doch hier vor allererst zeigen. Die Juden müßten, doch sofort das Studium aufgeben, wenn sie merken, daß die allgemeine wirihschaftliche Lage weniger 'Aussichten auf Versorgung durch das Studium bietet. Daß bei ihnen kein Parallelismus zwischen .Studiengang und Wirthschaftslage konstatirt werden kann, weist vielmehr darauf hin, daß sie die geistigen Güter in erster Linie um ihrer selbst willen erstreben. Der Verfasser untersucht ferner den Studienzugang in Rücksicht aus Elternberuf und Konfession und theilt zu diesem Zwecke die Elternberufe in 18 Kategorien ein. 12% der christlichen und 60% der jüdischen Studenten waren Söhne von Kaufleuten. - Daß die Kaufleute bei den Juden 5 Mal so stark vertreten waren, ist nicht.zu verwundern, wenn man bedenkt, daß von den 18 Elternberufen 7 bei