Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1901)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1901-01-01
- Page
- 46 (sequence 6)
- Language
- German
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x^m DentU‘i)on fielet). 46 unter Berufung auf christliche Theologen, den Nachweis, daß aitdv diese Gründe nichts weniger als stichhaltig seien. Weitere Vorwände für die Judentaufen bilde die religiöse Gleichgültigkeit nud der Mangel jeder festen Organisation der jüdischen Gemeinschaft. Bei den meisten Uebertretenden sei aber das Motiv der Selbstsucht und der Eitelkeit maßgebend für den Abfall. Wenn auch nicht bestritten werden dürfe, daß bei Solchen, die eine Neigung zur Mystik besitzen und deshalb die scharfe Luft des verftandsklaren Judenthumo nicht vertr'agen, ehrenhafte Gründe bei dem Ausscheiden vorliegen können, sei deren Zahl doch sicher eine so kleine, daß sie kaum in Betracht komme. Der größten Zahl derjenigen, die ihr Jndenthurn verleugnen, könne man Vorhalten, daß sie ihre Vorfahren und ihr Geschlecht pietätlos durch ihren Abfall beschimpfen, sich selbst zu feigen Fahnenflüchtigen stempeln und durch öffentliche Ablegung eines Bekenntniffes, von dem sie nicht überzeugt sind, sich einer wissentlichen Unwahrheit und Falschheit schuldig machen und durch ihnen Abfall, den Dogmatismus und die Unduldsamkeit verstärken. Als fast noch verwerflicher bezeicknete der Redner die „Kiudertanfen", denn was man für sich nicht gut genug halte, sei auch nicht gut genug für die eigenen Kinder. Man bringe dadurch den Zwiespalt in die Familie, züchte Erfolganbeter und erwerbe für die Kinder äußerliche Vortheile auf Kosten wahren innerlichen Glücks und völliger Zufriedenheit. Tic Zärtlichkeit für die Kinder sei oft auch nur der Vorwand und das wahre Motiv die Einschmeichelung bei christlichen Freunden und Geschäftsgenoffen. Von den getauften Judenkindern würden viele Pietisten und unduldsame Mucker und andere wieder Ungläubige. Als Mittel gegen die Judentaufen der Gegenwart empfahl der Redner die Anbahnung einer belferen Bekanntschaft mit der jüdischen Religion nnd Geschichte durch guten und gediegenen Unterricht, durch Vorträge und eine rege Vereinstbatigkeit, ferner durch eine Zusammenfassung der deutschen Juden, damit die Zersplitterung aufhöre, der Zwiespalt im Innern verhindert, der Kampf gegen den äußeren Feind gemeinsam geführt werde, damit in dm Starken der Corpsgeist wachgerufen und die Schwachen gekrästigt würden, damit jeder Jude Muth und -Stolz gewinne, sich vor aller Welt als Inden zu bekennen. Nur so sei Achtung nach außen und innen zu gewinnen, nur in diesem Zeichen werde man siegen. — Langanhaltender rauschender Beifall belohnte diese Ausführungen. Der Vorsitzende brandmarkte ebenfalls die Fahnenflucht und Gesinnungslosigkeit, in kräftigen Worten und widmete dem Vortragendm im Namen des Vorstandes Worte herzlichen Dankes. Diesem Dank schloß sich die Versammlung einmnthig durch