Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1901)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1901-01-01
- Page
- 47 (sequence 7)
- Language
- German
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Vereinsnachrichtcn. 47 Erheber: von den Plätzen an. Hierauf machte der Vorsitzende in üblicher Weise verschiedene geschäftliche Mitteilungen. Dieselben betrafen den „Levita"-Artikel der „Preußischen Jahrbücher", als dessen Verfasser sich ein jüdischer Rechtsanwalt in Halle entpuppt hat, außerdem die Konitz-Affaire, bei der judenfeindliche Blätter gewagt batten, das Unwesen der antisemitischen Nebenunterfuchungen mit der von jüdischer Seite geübten berechtigten Abwehr in Parallele zu stellen, ferner die -„wissenschaftlichen" Vorträge des Klorinec Pfarrers Krösell, welcher jüdische Ritualmorde als beglaubigt hinstelle und seine angeblichen Ritualmord-Studien in skrupellosester Weise vor leichtgläubigen Landleuten" feilhalte.- Der Redner, schilderte dann die Thätigkeit, welche ein anonymer „Student der antisemitischen Wissenschaften" im „Germanischen Volksbund" entwickelt habe, die Agitation Bruhn's in Czarmkau und Schneidelnüh!, die Bestrafungen des Barbiers Poradowskv in Schneidemühl, zweier Antisemiten in Pudewitz und ber Redaktion des Posener Autisemitcnbtattes „Postep". Er erwähnte femer die Kundgebungen der „Evangelischen Allianz" und des Verfaffers des „Deutschen Flotten-Vereins-Kalenders" gegen den Antisemitismus und kam auf die Kühnheit des kleinen „Berliner Tbierschutzvereins", welcher in einem Circular den Juden znmuthete, seine antisemitischen Angriffe gegen die jüdische Schlachtmethode zu verstärken. Hierbei konnte mitgetheilt werden, daß der Vorsitzende des „Deutschen Thierschutz-Vereins", Herr Generalmajor Köring. sich in einem Herrn Rabbiner I)r. Maybaum übergebenen Schreiben gegen die Verwechselung des „Deutschen Thierschntz-Vereins" mit de;n „Berliner Thierschutz-Verein" nachdrücklich verwahrt habe. Den Schluß der Mittheilungcn bildete ein Hinweis auf die Vorberathungen zur Schaffung einer Gesammtorganisatron aller deutschen Juden, wobei es der Vorsitzende als wünschenswert^ bezeichnete, daß die Überzeugung von der Nethwendigkcit einer solchen Organisation in den jüdischen Massen nrehr und mehr Wurzel faste. In dieser neuen großen Organisation werde voraussichtlich der Central-Verein die geschäftliche Leitung in Bezug auf die Abwehr nach außen erhalten, aber alles fördern, was die Einigung aller deutschen Juden zu befestigen im Stande sei. Der Central-Verein vertrete zu aller Zeit den Zusammenschluß aller deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubrns zu gemeinsamer Abwehr ungerechter Angriffe, zu mannhaftem Kampfe für das gute Recht! An diese ebenfalls mit lebhaftem Beifall ausgenommenen Ausführungen schloß sich eine kurze Discussion, an welcher sich die Herren Adolf Cohn, Hermann Olschki und Rechtsanwalt Josephsohn betheiligten. Dann ergriff der Vorsitzende nochmals das Wort, um unter Hinweis auf den