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Im deutschen Reich · 1901-01-01 · Heft 1 (Januar 1901) · p. 35

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
7 (1901)
Issue
Heft 1 (Januar 1901)
Article
Konitz
Date
1901-01-01
Page
35 (sequence 3)
Language
German
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Korrespondenzen. 35 .j» der „Aufklärung" zu GM' machen möchten! Die antisemitrscheu Dunkelmänner sind gerade die rechten Leute, um Aufklärung zu verbreiten! Hoffentlich leistet auf diesem Gebiet in ehrlicher Weise gutes ein seit dem 1. Januar in Könitz erscheinendes neues liberales Blatt, die ..Ostdeutsche Tageszeitung" (Konitzer Anzeiger), der dann die weiteste Verbreitung Zu wünschen wäre. — Uebrigens scheint jetzt die Hoffnung berechtigt, daß die verruchten Mörder Winters, durch die fortgesetzte antisemitische Verdächtigung der Konitzer Untersuchungsbehörden zu einem neuen kecken Streich ermuthigt, sich selbst verrathen. Am 9. Januar wurden verschiedene Kleidungsstücke Ernst Winters in der Mühlendorfer Feldmark bei Könitz von Soldaten des 14. Regiments gefunden. Diese Kleidungsstücke, deren Identität festgestellt worden ist, sind allem Anschein nach erst kürzlich nach dem jetzigen Fundort gebracht worden. Dem „Berl. Tagebl." wurde darüber berichtet: „Die Kleidungsstiicke waren zum Theil mit Bl'ut getränkt; bei dem Jacket fand sich das mit den Buchstaben E. \V. gezeichnete Taschentuch. Beide Lhatsachen legen, ebenso wie die des Fundes selbst, Erwägungen nahe, die zwar noch nicht (wenigstens derOeffentlichkeit gegenüber) positiv auf die Mitwisser oder die Mitthäter des Verbrechens hindeuten, die aber doch über einige Punkte der zurückliegenden Prozesse Licht verbreiten helfen. Wenn die gefundenen Kleider mit Blut getränkt waren, sc kann der unglückliche Winter nicht um des Blutes willen sein Leben verloren haben. Wenn sich das Taschentuch in den Kleidern fand, so müssen die Bekundungen der Frau Roß falsch sein, die das Taschentuch in der Wäsche der Frau Lewy gesehen haben will. Das sind zwei Folgerungen, die ohne Weiteres gezogen werden müssen. Für den, der alle Vorgänge der räthselhasten That genauer im Gedächtniß hat, ergeben sich außer dem Gesagten auch noch andere Schlüffe, die mit einigen Zeugenaussagen in den Prozessen gegen Jsraelsti und Maßloff Zusammenhängen, auf die aber vorläufig nicht eingegangeu werden mag, um den Gang der Untersuchung nicht zu beirren. Denn die Untersuchung ist jetzt, wie es scheint, auf der rechten Spur. Der neue Staatsanwalt in Könitz, der mit objektivem Juristenblick die Dinge anjchaut, läßt sich, wie wir es vorauösagten, dnrch keinerlei Rücksicht und Geschrei verblüffen." Wie der Berl. Ztg. von hier aus gemeldet wird, soll auf Veranlassug des Ersten Staatsanwalts Schweigger durch Militär das gesammte Areal der Umgebung nach den noch fehlenden Kleidungsstücken des.Ernst Winter abgesucht werde». Es fehlen noch der Ueberzieher, Beinkleider und Uhr nebst Kette. Die Soldaten erhalten voraussichtlich

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