Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1901)
- Article
- Berlin
- Date
- 1901-01-01
- Page
- 30 (sequence 3)
- Language
- German
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30 Im deutschen Reich. meinen Schriften." Am 4. Februar. Privatdozeut Dr. Georg Huth: „Eine verschwundene Kultur in Centralasien." Mit Lichtbildern. Am 11. Februar. Rabbiner vr. L. Blumenrhal: „Gabriel Rießcr". Am 18. Februar. Dozentvr.M. Schreiner: „Die religionsgeschichtliche Bedeutung Moses MaimQni's." Am 25. Februar. I)r. Michael Cohn: „Die jüdische Bevölkerung Preußens am Ende des 19. Jahrhunderts." Einlaßkarten a 5 Mark für den ganzen Cyklus, a 1 Mart für eine Vorlesung sind zu haben bei Herren Gebr. Friedländer, Unter den Linden 28 und beim Eingang in den Saal. Der „Jüdischen Preffe" wird geschrieben: „Ich bin in der Lage, den Schleier zu lüften: unter dem Pseudonym „Benedictus Levita" verbirgt sich der aus Leobschüh stammende Rechtsanwalt Weiöl er in Halle, der selber Jude geblieben ist, aber seine Kinder zum Taufbecken geftihrt hat und in seinen Mußestunden nicht nur juristische Schriften verfaßte, sondern auch noch Zeit fand, jenen „erlösenden" Artikel, vom Stapel zu lassen. Diese „Enthüllung" dürfte noch weitere Kreise zu der Erkenntniß bringen, daß das Aufsehen wirklich unverdient war." Der „Deutschen Reform" druckten mehrere Blätter nachstehende Mittheilung nach: „Kaufmann Schwersenz hat das große Rittergut Buczkowo bei Argenau (Prov. Posen) — für 240 000 Mk. erworben. Die Firma Markus und Flatauer hat das Gut Barloschno für 175 000 Mk. in der Zwangsversteigerung erworben. Kaufmann Kronheim hat das Rittergut Wronowy (Posen) für 400 000 Mk. erworben. Die Firma Zadek Lewin Söhne in Mcgilno (Posen) hat den größeren Theil des zum Rittergut Wiuicc gehörigen Vorwerks Chawlowo käuflich erworben. Kaufmann Moritz Friedl ander hat die Besitzung des Herrn Raeschke in Schöndorf (280 Morg,) für 96 000 Mk. angekauft. Kaufmann Jul. Tilsiter aus Bromberg hat das Rittergut Klonowo, Kreis Tuchel, gekauft." Einige Blätter fügten hinzu, daß die Landmirthschaft doch nicht so un« rentabel sein könne, wenn die Juden sich zu Rittergutskäufen entschlossen. Darauf entgegnete die „Deutsche Tageszeitung": „Diese Schlußfolgerung ist falsch. In der Regel kaufen unsere israelitischen Reichsgenossen die Rittergüter nicht, um damit zu verdienen, sondern um damit zu prahlen. Die „Deutsche Ztg." fügt der Mittheilung hinzu, die große Agrarier-Versammlung im Cirkus Busch werde nächstens ein ganz anderes Aussehen zeigen. Auch diese Befürchtung ist unbegründet, denn bekanntlich können Juden in den ,^Vund der Landwirthe nicht ausgenommen werden." — Höhnisch bemerkt hierzu die „Staatsbürger-Ztg.": „Wenn die Juden getauft sind, dann sind sie für den „Bund der Landwirthe" aufnahmefähig!"