Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1901)
- Article
- Berlin
- Date
- 1901-01-01
- Page
- 31 (sequence 4)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 31 Die von dem antisemitischen Redakteur Dr. Friedrich Lange herausgegebene „Deutsche Zeitung" versandte folgende Aufforderung an die Verleger: „Wir sind selbstverständlich gern bereit, die von den Herren Verlegern gewünschten redaktionellen Besprechungen der neuerschienenen Werke kostenlos, soweit es uns der Raum in unserer literarischen Beilage gestattet, zu veröffentlichen, nur muffen wir in Folge der großen Ueberhäufung mit derartigen Wünschen hiermit ganz besonders betonen, daß wir unmöglich irgend eine Zcilbestimmung dafür zusagen können. Es liegt Ihnen aber wahrscheinlich an einer baldigen Veröffentlichung zum beschleunigten Absätze Ihrer Bücher, und zu diesem Zwecke stellen wir allen Herren Verlegern unsere Rubrik: „Dom Büchertisch" zum Selbstanzeigen (40 Pfg. netto die Kleinzeile) zur Verfügung. Im gewöhnlichen Anzeigentheile genießen Sie den üblichen Buchhändlerrabatt. In der Erwartung Ihrer schätzbaren Aufträge zeichnen wir hochachtungsvoll Deutsche Zeitung." — Unter andern Verhältniffen würde die „Staatsbürger-Zeitung" geschrieben haben: „Echt jüdisch!" Im Alter von 75 Jahren ist am 16. Dezember der Dirigent der ersten Berliner Religionsschule Dir. Moritz Kirschstein verstorben. Viele jetzt in angesehenen Lebensstellungen befindliche Mitglieder der jüdischen Gemeinde danken diesem bedeutenden Lehrer und Gelehrten ihre Ausbildung ungezählteandere Anregung und Belehrung auf dem Gebiete der Wissenschaften des Judenthums. + Vreslau, 7. Januar. In der am 5. d. M. hier stattgehabten Versammlung der „deutsch-sozialen Reformpartei" hielt Dr. Giese einen Vortrag über den „Prozeß Sternberg und seine Lehren". Dabei machte der Redner, nach Mit! Heilungen antisemitischer Blätter, den Versuch, „an Beispielen aus dem Alten Testamente nachzuweisen, daß es von jeher jüdische Praris gewesen sei, die Verbrechen der Männer durch die Weiber verbergen und beschönigen zu lassen, ferner die Weiber an die Fürstenhöfe und sonstige einflußreiche Stellen zu schmuggeln, um dort die jüdische Gaunerpolitik durch ihre Jntriguen zu unterstützen." Der zweite Redner, der Abg. Bindewald geißelte den Kohlenwucher und die Vergewaltigung des Burenvolkes. Schließlich wurden folgende Resolutionen angenommen:!. „Die Versammlung fordert, daß den im Prozeß Sternberg hervorgetretenen Korruptionserschemungen von unserer Staatsregierung die ernsteste Beachtung geschenkt wird, und daß unsere Beamtenschaft sorgfältiger als bisher vor der korrumpierenden Berührung mit Juden geschützt wird. Besonders sind die Juden von allen Lieferungen und sonstigen geschäftlichen Beziehungen zum Fiskus auszuschließen." 2. „Die Versammlung sieht in dem fortgesetzten An-