Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1901)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1901-01-01
- Page
- 22 (sequence 2)
- Language
- German
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22 Im deutschen Reich. bliffements für Landwirchschaftsmaschinen und Eisenkonstruktion in Neustadt in Mecklenburg, Karl Ronte aus Bremen, verhandelt. Derselbe hatte durch raffinierte Täuschungen das Bankhaus von der Heydt & Co. in Berlin veranlaßt, der von ihm damals vertretenen Firma Horney & Rödler 300 000 Mk. vorzuschießen, und sich für die Umwandlung der genannten Firma in eine Aktiengesellschaft einen klingenden Lohn ausbedungen. Der wegen der betreffenden Manipulationen zu 1 Jahr und 3 Monaten Gefängniß verurtheilte Direktor Ronte stand dem Judenthum vollständig fern, aber das hindert die „Staatsbürger Zeitung" nicht an der Erklärung, dieser Prozeß laffe erkennen, „wie tief der Judengeist und der krasse Materialismus in unser wirthschaftlicheü Leben schon eingedrungcn sind." Selbstverständlich sind nicht ganze politische Kreise für das verantwortlich zu machen, was der betrügerische Direktor der Johann Albrecht-Werke, Karl Ronte, oder was der Kommerzienrath San den in Potsdam und deffen Berliner Helfershelfer verbrochen haben, aber es ist nicht das erste Mal, daß in diesen Geselljchaftsjchichten frühere Größen erm.ttelt werden, welche erst wacker mit auf die jüdische „Mammonswirthschaft" schimpften und dann die waghalsigsten Geschäfte unternahmen, um den Mammon in rücksichtslosester Weise an sich zu reißen. Por 23 Jahren waren es der Geheimrath Wagener — der ,,Eisenbahnwagener" — welcher Apostel bei den Frvingianern und Haup.Mitarbeiter der „Kreuzztg." war, und rein Freund, Kommerzienrath Quistorp in Stettin, (der auch wie der jetzt verhaftete Kommerzenrath Sanden in seiner Villa Hausgottesdienfte für seine Leute abhalten ließ und selbst abhielt) welche bei dem „großen Krach" voranmarschierten, bei dem so viele Leute an den Bettelstab gebracht wurden. Auch die Art, wie die Verlust räger jetzt getröstet werden, erinnert vielfach an die damals gemachten Erfahrungen. Die „Volkszeitung" veröffentlichte kürzlich ein Schreiben, welches eine Dame empfing, die auf Grund perjönlia-er Bekanntschaft mit Frau Kommerzienrath Sanden ihre kleinen Ersparnisse der Spielbagen-Bank anverKrute. In diesem Briefe heißt es: „Sie schreiben, mein liebes Fräulein, mein Mann besäße 20 Millionen; er hat nicht den zehnten Theil davon und Alles, was er hatte, ist bereits in die Bank gegeben (??) und sogar auch mein Besitzthum mit angegriffen worden. Daher, mein liebes Fräulein, treffen' mich ihre schweren Anschuldigungen nicht, denn ich habe ein ruhiges Gewissen und ebenso erträgt auch mein Mann diese schwere Prüfung mit Ergebung und in festem Vertrauen auf unseres Herrn und Gottes Hilfe. Wir sind nicht nur in eben so trauriger