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Im deutschen Reich · 1900-09-01 · Heft 9 (September 1900) · p. 498

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
6 (1900)
Issue
Heft 9 (September 1900)
Article
Das Blut im Glauben und Aberglauben der Menschheit [Rezension]
Date
1900-09-01
Page
498 (sequence 10)
Language
German
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498 Im deutschen He.ch. 2. Von christlichen Zeugen gegen die BluLbeschuldigung werderr in erster Reihe Proselyten aufgeführt, die, mit den jüdischen Bräuchen vertraut, manche auch im Besitze großen jüdischen Wissens^ als 'besonders sachkundig und, zumal einige von ihnen arge Judenfeinde waren, auch zweifellos als einwandsfrei anzusehen sind, so: Bischof Paulus von Burgos, Johann Pfefferkorn, F. A. Christians Aloysius v. Sonnenfels, Biesenthal, insbesondere Domprediger Veith, der dieses Zeugniß besonders feierlich, auf der Kanzel mit dem. Kruzifix in der Hand ablegte. Man hat dieses Zeugniß später wegzuleugnen versucht« Strack aber bringt als unumstößliche Beweise für daffelbe die schriftlichen Auslassungen von Veith's Bruder^ Universitätsprofeffor Joh. Beith und des Dr. E. Kafka, welche die Thalsache ebenso wie Molitor bestätigen. Ferner noch Dan. Chwolson, Christ. H. Kalkar, sowie 2 Kollektiv-Erklärungen von Proselyten. 3. führt Strack die Päpste an, die direkt gegen die BluLbeschuldigung Bullen gerichtet, so Jnnocenz IV., Gregor X., aus deffen Bulle besonders eine Stelle hier hervorgehoben zu werden verdient, weil sie beweist, wie fest der Papst von der Unschuld der Juden überzeugt war. Darin gebietet nämlich der Papst, die aus solcher Veranlaffung (der Blutbeschuldigunggefangen gehaltenen Juden zu befreien, und fernerhin keine Juden mehr aus solcher Veranlaffung einzusperren, es sei denn, daß sie etwa — was wir aber nicht glauben — auf frischer That ertappt würden, nisi forte, quodnon credimus, in flagranti crimine caperentnr. Auch wird in dieser Bulle die Thatsache erwähnt, daß d i e K i n d e r von Christen oft von ihren eigenen Vätern versteckt gehalten werden, um die Juden dann des Kindesraubes beschuldigen zu können. Ferner Martin V., Nikolaus V., Paul III., deffen Bulle konstatiert, daß derartige Anklagen oft nur „aus Habgier, um dasEigenthum derJuden miteinigemAnstandsichanzueignen", erhoben wurden'^ Clemens XIII., sowie das Gutachten Ganganelli's, nachmal. Papstes Clemens XIV. 4. Fürsten, so zunächst die deutschen Kaiser Friedrich II.,. Rudolf I. von Habsburg, Friedrich IH. (1440—1493), Karl V. u. a., ferner aber auch böhmische, polnische, schlesische, französische, englische^ italienische, ungarische, russische, türkische und andere Herrscher, welche sich gegen die Blutbeschuldigung ausgesprochen haben. 5. Eine Reihe von Gelehrten und Geistlichen, welche als Christen geboren sind, so: Osiander, der Dominikanergeneral de Marinis, Wagenseil, der als gründlicher Kenner jüdischer Schriften, und weil er

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