Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 6 (1900)
- Issue
- Heft 9 (September 1900)
- Article
- Berlin
- Date
- 1900-09-01
- Page
- 468 (sequence 3)
- Language
- German
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468 Im deutschen Reich. bildet haben, und ich werde mich nicht wundern, demnächst zu lesen: „Der freireligiöse Plombierverein von Dunkelburg und Umgegend hält am 30. Februar seine X. Sitzung ab." „Der jüdische Extraktionsklub zu T-Hausen veranstaltet ein Wettzahnziehen seiner Mitglieder." „Der Verband der griechisch-katholischen Gesellschaften für Zahntechnik -fordert seine Mitglieder auf, nur bei nachbenannten Firmen, deren Inhaber streng religiöse griechische Katholiken sind, ihren Bedarf zu Lecken^ — selbst wenn sie etwas theurer und schlechter dabei fort- .kommen sollten." Einem uns zugegangenen Bericht über das 11. Semester der Vereinigungjüdifcher Studierender zu Berlin, S.-S. 1900, entnehmen wir Folgendes: „Auf fünfjährige erfolgreiche Thätigkeit für die jüdische Sache konnte unser Verein zurück- Llicken, als er am 24. April cr. den Semester-AntrittskonvenL abhielt. Eine große Anzahl jüdischer Kommilitonen hatten wir für unsere Sache gewonnen, und das neu gewählte Präsidium ging mit Eifer an die Arbeit. Die AntriLLskneipe, welche am 10. Mai er. stattfand, verlief den Erwartungen entsprechend in glänzender Weise; ebenso gestaltete sich der Beginn des Semesters sehr angenehm. Die Vereinsabende waren von Gästen zahlreich besucht. Vorträge, an die sich meist lang ausgedehnte Diskussionen schlossen, hielten: 1. E. Kohn: Die Reuchlin-Pfefferkorn'sche Fehde. 2. Hecker:' Die Bergjuden im Kaukasus. 3. Dr. H. Loewe: Das Blutmärchen. 4. Grünberg: Moses Mendelssohn. 5. A. Blum: Nationalismus. 6. Dr. Th. .Zlocisti: Alfred Nossig. 7. Perlitz: Das Buch Ruth. 8. Ferner verlas E. Kohn eine Abhandlung über die Judenverfolgungen in Worms. Das Turnen wurde in diesem Semester eifriger als bisher -gepflegt. Gegen Ende des Semesters hatte der Verein Gelegenheit, seine Kräfte in den Dienst der allgemeinen jüdischen Sache zu stellen. Benachrichtigt, daß 165 jüdische Auswanderer -aus Rumänien, von Studenten geführt, Berlin berühren würden, hielten wir es für unsere Pflicht, soweit es in unseren Kräften stand, diesen unseren unglücklichen Brüdern unsere Hilfe angedeihen zu lasten. Obwohl uns nur wenige Stunden zur Verfügung standen, brachten wir doch durch Sammlung mehrere hundert Mark zusammen. Eine Deputation unseres Vereins empfing die Auswanderer am Bahnhof Ruhleben und übergab ihnen einen Theil des gesammelten Geldes, während Las Übrige für die noch zu erwartenden Auswanderer zurückbehalten und dem Berliner Hilfskomitee überwiesen wurde, dem wir auch unsere bescheidenen Kräfte zur Verfügung gestellt haben. , Reichlich belohnte unS ein Dankschreiben dieser Auswanderergruppe. Die an