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Im deutschen Reich · 1900-09-01 · Heft 9 (September 1900) · p. 463

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
6 (1900)
Issue
Heft 9 (September 1900)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1900-09-01
Page
463 (sequence 10)
Language
German
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IRI
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Umschau. 468 An dem festen Willen der Behörden, derartige Veröffentlichungen rvie diejenige des erwähnten staatsanwaltschastlichen Berichts ferner nicht dulden, ist kaum zu zweifeln, da derselbe deutlich aus der Anklageschrift hervorgeht, welche der „Germania" zugestellt wurde. Danach ift der verantwortliche Redakteur derselben angeklagt: „durch zwei selbstständige Handlungen in Beziehung auf richterliche und staatsanwaltliche Behörden und Beamte und ferner auf richterliche, staatsanwaltliche und Verwaltungsbehörden und Beamte Thatsachen verbreitet zu haben, welche dieselben verächtlich zu machen und in der öffentlichen Meinung herabzumindern geeignet sind, ohne daß diese Thatsachen erweislich wahr sind, und diese Behörden und Beamten beleidigt zu haben.. (Vergehen aus §§ 186, 185, 73, 74, 200, 41, 194, 196 Reichsstrafgesetzbuches, § 20 des Reichsgesetzes über die Preffe.) Auf diesem Gebiete hat aber die „Staatsbürger-Zeitung" sicher den Äekord der „Germania" nicht zu fürchten, die es nach der Anklage nur zu zwei solchen selbstständigen Handlungen gebracht hat. Die von ihr zur Schau getragene Zuversicht, mit welcher sie dem gegen sie eingeleiteten Strafverfahren entgegen zu gehen vorgiebt, dürste niemanden täuschen. Als die „Magdeburgische Zeitung" eine kurze Notiz über den Prozeß Jsraelski brachte, schrieb die „Staatsbürger- Zeitung": „Wenn die „Magdeb. Zeitung" von einem„unbekannten" 'Thäter spricht, so erwidern wir, daß uns die Thäter nicht unbekannt sind und daß wir in den bevorstehenden Prozeffen dafür Sorge tragen wollen, daß sie auch der „Magdeb. Zeitung" und der hohen Justiz-Kommission bekannt werden." Wenn die „Staatsbürger-Zeitung" hierbei Wort hielte und die ihr nicht unbekannten Urheber der Ermordung Winter's der verdienten «Strafe überlieferte, wäre dies thatsächlich sehr dankenswerth und niemand würde ihr aufrichtiger Dank zollen — als die von ihr so 'bitter angefeindeten Juden! Daß die „Staatsöürger-Ztg." trotz dieser hochtönenden Sprache bereits die Hoffnung aufgegeben hat, aus der traurigen Konitzer Affäre noch mehr Kapital zu schlagen, geht daraus hervor, daß sie den von ihr seiner Zeit zur Unterstützung der von Herrn Bruhn eingeleiteten Nebenuntersuchung in Könitz stationierten früheren Redakteur des antisemitischen „Landsberger Boten" Paul Werner nach Polna abkommandiert haben soll. In Könitz konnte er für seine antisemitischen Auftraggeber nichts mehr leisten. Er berichtete dies

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