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Im deutschen Reich · 1900-08-01 · Heft 8 (August 1900) · p. 408

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
6 (1900)
Issue
Heft 8 (August 1900)
Article
Berlin
Date
1900-08-01
Page
408 (sequence 4)
Language
German
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408 Im deutschen Reich. Interessen, grundsätzlich nutzer Betracht gelassen wissen will- Nothwendige Voraussetzung ist nur, datz z. Zt. der That die unter sich verbundenen Mehrheiten und die Unterschiede, schon vorhanden sind, nicht erst vom Thäter ausgestellt werden, und datz. sie eine einigermatzcn sichere Abgrenzung der Personenkreise zulassen. sUrth. II, 29. Juni 1894, E. XXVI. 63.) Die einigermaßen sichere Abgrenzung der „Personenkreise" läßt sich aber gewiß auch nicht in Abrede stellen, wenn es sich um Aufreizungen gegen den jüdischen Bestandtheil des deutschen Volkes handelt l Durch KabinetSordre wurde der israelitischen Schulgemeinde zu Wüstensachsen im Regierungsbezirk Kasiel zum Bau eines neuen Schulhauses der Betrag von 7500 Mk. bewilligt. Wie die „Mg. Ztg. des Fudenthums" berichtet, ist ferner der israelitischen Schulgemeinde in Papenburg, Provinz Hannover, zur Bestreitung, der durch das Lehrerbesoldungsgesetz vom 3. März 1897 erheblich gesteigerten Schullasten ein widerruflicher Staatszuschuß bewilligt worden. Die „Gegenwart" veröffentlichte am II. August unter der Ueberschrift „Uebersetzung jüdischer Geheims ch r i f t e n" nachstehendes Schreiben : Sehr geehrter Herr! Offenbar unter dem Eindrücke der betrübenden Vorgänge in. Könitz, Stolp x, macht in Nr. 35 Ihres Blattes ein Mitarbeiten den gutgemeinten Vorschlag, es möchten doch, um den wachsenden Antisemitismus, den alten Streit für und gegen die Juden, aus der Welt zu schaffen, womöglich von gelehrten und unparteiischen Männern unter staatlicher Aussicht die „jüdischen Geheimschriften" übersetzt, werden. Der Vorschlag ist nicht neu; auch in unseren Parlamenten. (Berlin, Karlsruhe, Dresden) wurde diese „offizielle" Uebersetzung. wiederholt angeregt. So wieder im März 1893 im Herrenhause in Folge antisemitischer Petitionen. Der damalige Geh. Ober-Reg.-Rath Dr. Althoff wies als Regierungskommiffar darauf hin, daß „die Orientalisten Deutschlands sich ja schon seit Jahren, seit Jahrhunderten zur Sache geäußert, und daß die Majorität zu dem Resultate gelangte^ daß die jüdische Religion keinen ihrer Anhänger nöthigt, etwas zn glauben, zu thun oder zu lasten, waS mit der bürgerlichen Ordnung im Widerspruch steht." Auf Grund einer Denunziation ordnete der Unterrichtsminister Preußens 1692 eine Revision aller Lehrbücher für den israelitischen Religionsunterricht an, und am 29. September 189$ meldete der „Staatsanzeiger", die. Sammlung der untersuchten Schriften habe aus 551 Büchern bestanden, und das Ergebniß der

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