Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 6 (1900)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1900)
- Article
- Berlin
- Date
- 1900-06-01
- Page
- 347 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2316602-2316663-2316670-2326082--06887-2326198- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Korrespondenzen. 347 -willig die Einrichtung jüdischen Religionsunterrichtes nach Maßgabe des Erlaßes vom 13. Mai 1899 beschließen." — Hierzu bemerkt der Vorstand des „Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes": „Wir erkennen mit Dankbarkeit an, daß dieser Bescheid nicht nur ein neuer Beweis für das unveränderte Wohlwollen des hohen Königl. Kultusministeriums ist, sondern daß er auch von bemerkenswerthen praktischen Resultaten Kunde giebt, indem bereits über sieben, uns bisher nicht bekannt gewordene Fälle, in denen thatsächlich staatliche Beihülfen für jüdischen Religionsunterricht bewilligt worden sind, berichtet wird. Es drängt uns, Herrn Redakteur M. A. Klausner für die aufopfernde und erfolgreiche Unterstützung in dieser hochwichtigen Angelegenheit, in der er sich ein wahres Verdienst um den jüdischen Religionsunterricht erworben hat, namens der vereinigten jüdischen Gemeinden Deutschlands, unfern wärmsten Dank abzustatten. Zugleich verfehlen wir nicht, die betreffenden Gemeinden neuerdings dringend zu ersuchen, uns alle in dieser Angelegenheit ergangenen Bescheide baldmöglichst in Abschrift zuzuftellen." — Dem „Deutsch-Israelitischen Gemeindebunde" ging eine vom 12. Juni datierte Mittheilung des Kgl. Polizeivräsidiums zu, wonach der Kaiser die Genehmigung zur Annahme der Rentier Ludwig Meyer'schen Terrainschenkung in Weißensee ertheilt hat. Die Arbeiten zur Begründung der ersten jüdischen Arbeiterk o l o n i e in Deutschland können nunmehr rüstigen Fortgang nehmen. Zu den Mitgliedern der geplanten, vom Deutschen Reich subventionierten Expedition nach Baalbeck gehört auch ein jugendlicher jüdischer Gelehrter, Dr. Moritz Sobernheim. In Folge einer schweren Operation verschied hier am 3. Juni die Gattin des Rabbiners Dr. Map bäum, welche an allen Wohlfahrtsbestrebungen der jüdischen Gemeinde in Berlin einen so regen Antheil nahm, daß ihr Hinscheiden eine schmerzliche Lücke hinterläßt und in weiten Kreisen tief betrauert wird. Das Israelitische Kinderheim hat sie begründet und zur Blüthe gebracht und in vielen anderen Wohlthätigkeitsvereinen eine wahrhaft hingebende Thätigkeit entfaltet. Von der Verehrung, welche die Dahingeschiedene deshalb allgemein genoß, gab das unter überaus zahlreicher Betheiligung am 6. d. Mts. stattgefundene Leichenbegängniß ein. ergreifendes Zeugniß. Im Sterbehause feierte Rabbiner Dr. Vogel st ein - Stettin Leben und Wirken der Entschlafenen und auf dem Friedhofe in Weißensee sprachen die Rabbiner Dr. Eschelbacher -Berlin.und Dr. Blumenthal-Danzig, worauf die sterblichen Reste in der Ehrenreihe bestattet wurden. Eine antisemitische Heldenthat brachte am 30. Mai den Kauf-