Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 6 (1900)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1900)
- Article
- Berlin
- Date
- 1900-06-01
- Page
- 346 (sequence 6)
- Language
- German
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346 Jm deutschen Reich. Ausschuß des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes hat aber dem Jubilar in einer Glückwunschadresse für sein langjähriges hingebendes Wirken gedankt; desgleichen hat die Berliner Medizinische Gesellschaft eine Adresse überreicht. Die Verdienste, die sich Samuel Kristeller um das Vaterland, namentlich während der Kriegszeiten, erworben hat, fanden in der Verleihung des Rothen Adlerordens III. Klasse ihre Anerkennung. Das neueste Heft (Nr. 53) der „ MitLheilungen des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes" enthält einen Nekrolog auf Justizrath Benfey, die Satzungen des Vereins „Jüdische Arbeiterkolonie nebst Asyl in Weißensee", Berichte über die Sitzung der Kommission zur Bekämpfung des Wanderbettels, über Gemeindeverbände und Kantorenkurse, schließlich den Rechnungsbericht und das Verzeichniß der Bundesgemeinden, Mitglieder und Beamten des Gemeindebundes. Das Heft bringt ferner unter der Überschrift „Staats-Beihülfen für den jüdischen Religionsunterricht" den Wortlaut eines vom 14. April datierten Bescheides auf eine Vorstellung des Redakteurs M. A. Klausner, in welcher der Unterrichtsminister darauf aufmerksam gemacht worden, daß wiederholt die in dem Erlaß vom 13. Mai v. I. enthaltene dankenswerthe Verheißung von Staatsbeihülfen für den jüdischen Religionsunterricht nach den bei dem Deutsch-Israelitischen Gemeindebund eingegangenen Mittheilungen sich nicht verwirklicht Härte, vielmehr jedes darauf gerichtete Gesuch abschlägig beschieden worden sei, weil bald diese, bald jene Vorbedingung des Erlasses nicht erfüllt war. In dem Bescheid vom 14. April d. I. heißt es nun wörtlich: „In allen den Fällen, in welchen nach den Berichten der Negierungen die Voraussetzungen des Erlasses vom 13. Mai 1899 zutreffen, sind zufolge meiner Anordnung Verhandlungen mit den betreffenden Schulverbänden wegen Einrichtung jüdischen Religionsunterrichts eingeleitet worderr. Sieben Schulverbänden, die sich bisher hierzu bereit erklärt haben, sind die erforderlichen Beühülfen vom 1. April 1900 ab bewilligt. In einer größeren Zahl von Bezirken schweben die Verhandlungen noch. Soweit sie Erfolg haben sollten, werden auch in diesen Fällen die erforderlichen Beihülfen bereit gestellt werden. Da indessen ein Zwang gegen die Schulverbände nicht geübt werden kann, muß den einzelnen in Frage kommenden leistungsschwachen Synagogengemeinden in den noch nicht erledigten Fällen überlaffen werden, ihrerseits bei den Schulverbänden vorstellig zu werden, daß sie frei-