Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 6 (1900)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1900)
- Article
- Berlin
- Date
- 1900-06-01
- Page
- 345 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Korrespondenzen. 345 Cohn zunächst einen Rückblick auf das verflossene Geschäftsjahr gab. Nach ErLheilung der Decharge wurde der Vorschlag genehmigt, künftig das Geschäftsjahr mit dem 1. April beginnen zu lassen. Sodann hielt Mühlenbesttzer Ludwig Rosenthal aus Posen einen längeren wohldurchdachten Vortrag, in welchem ein klares Programm für die Ziele des Vereins in lichtvoller Weise dargelegt war. Redakteur M. A. Klausner erbot sich, den Wortlaut des Vortrages in der „Israelitischen Wochenschrift" baldigst zu veröffentlichen. Hierauf wurde beschlossen, den Vorstand zu ersuchen, unter Benutzung des Rosenthal'schen Vortrages, einen ausführlichen Plan bezüglich der Vereinsziele auszuarbeiten und diesen einer außerordentlichen Generalversammlung zu unterbreiten. Zwei weitere Anträge, I» den Rosenthal'schen Vortrag drucken zu lassen und in größerem Umfange zu verbreiten, 2. eine Central-Korrespondenz herauszugeben, die über Tendenzen und Fortschritte des Vereins regelmäßig berichtet, wurden ebenso wie der Artikel „Innere Kolonisation" von Gustav Tuch im Hamburger „Israelitischen Familienblatt" vom 26. Oktober 1896, sowie eine von Dr. Papilsky eingeleitete Statistik über jüdische Landwirthe dem Vorstande als Material überwiesen. Der Vorstand wurde in seiner bisherigen Zusammensetzung wiedergewählt und durch Zuwahl der Herren Dr. Franz Oppenheimer, Prof. Dr. Philippson, Prof. Dr. Marburg, Dr. Heinr. Meper-Cohn, Aron Hirsch in Berlin und Rittergutsbesitzer Caesar Sachs in Breslau ergänzt. Der Geheime Sanitätsrath ' Dr. Samuel Kristeller > welcher am 26. Mai d. I. sein achtzigstes Lebensjahr vollendete, ist seit dem 11. Februar 1882 geschäsLsführender Vorsitzender des „Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes" gewesen. Er hat in der „Friedrich Wilhelm-Victoria-Stiftung" eine Versicherungsanstalt für jüdische Gemeindebeamte gegründet, durch Einrichtungen zur Jugenderziehung, Ausbildung für Handwerk und technische Gewerbe und Krankenpflege für die materielle und sittliche Hebung der deutschen Juden Sorge getragen. Wiederholt veröffentlichte er poetische Übertragungen hebräischer Sinnsprüche und Epigramme sowie des Traktats der Mischnah „Pirke Aböth" (Sprüche der Väter); auch gab er 1891 „Belegstellen zu den Grundsätzen der jüdischen Sittenlehre" heraus. Vorgerücktes Alter und schwankender Gesundheitszustand nöthigten ihn, am 26. März 1896 den Vorsitz im Ausschüsse des Deutsch-iLrael. Gemeindebundes niederzulegen, wobei er zum Ehren-Vorsitzenden erwählt wurde. Leider gestattete der ungünstige Gesundheitszustand des Jubilars seinen zahlreichen Verehrern nicht, ihm persönlich ihre Glückwünsche darzubringen. Der