Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 6 (1900)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1900)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1900-05-01
- Page
- 289 (sequence 7)
- Language
- German
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Vereinsnachrichten. 289 endlose wissenschaftliche Streitigkeiten Hervorrufen und Leuten, wie Rohling und Consorten, die auch vor einer Übersetzung durch die Akademie der Wissenschaften keinen Respekt haben würden, Gelegenheit bieten, neue Talmud-Fälschungen aufzutischen. Es sei deshalb zu hoffen, daß der Antrag des Freiherrn von Hertzberg dasselbe Schicksal haben werde, wie alle früheren ähnlichen Anträge, und zu nichts weiter führen werde, als den Antragsteller zu einer Eintagsberühmtheit zu machen. — Der Redner erwähnte noch kurz, daß der Kaffationshof in Wien das unter merkwürdigen Verhältniffen in Kuttenberg von einem czechischen Gerichtshof gefällte Urtheil aufgehoben und den wiederausgenommenen Prozeß Hülsner einem anderen Gerichtshof überwiesen habe; ferner, daß der antisemitische Redakteur Wengg in München, welcher den Rabbiner Dr. Goldberg in Polna der Mirwiffenschast an dem Polnaer Morde beschuldigt hatte, zu 14 Tagen Gefängniß verurtheilt worden sei. — Von den sonst üblichen geschäftlichen Mittheilungen nahm der Vorsitzende in Anbetracht der vorgerückten Zeit Abstand und schloß seine Ausführungen mit der Bitte, von einer Erörterung noch nicht spruchreifer Dinge abzusehen, und geduldig abzuwarten, bis die zu erhoffende Klarheit über die Konitzer Angelegenheit eingetreten sein werde. Unsere Gegner müßten jetzt Lärm machen, solange der Mord in Dunkel gehüllt sei; wenn volle Klarheit geschaffen sei, würden wir reden können; dann würden unsere Feinde verstummen müssen. — Die Anwesenden zollten dem Redner lebhaften Beifall und entsprachen dem Wunsche des Vorstandes, indem sie die Frage, ob eine weitere Diskussion gewünscht werde, einmüthig verneinten, worauf die Versammlung geschloffen wurde. In einem auS Breslau vom 17. Februar 1899 datierten Schreiben bestätigte der Oberpräsident der Provinz Schlesien, Fürst v. Hatzfeldt - Tr achenberg, dem Vorstand des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens den Empfang der gegen den Grafen Pückler in Kl.-Tschirne gerichteten Vorstellung vom 14. Februar 1899 und knüpfte daran die Zusicherung: „Der darin berührte Vorgang wird eingehend untersucht werden. F. v. Hatzfeldt." Diese Zusage ist eingelöst worden, denn nach einer Meldung des „Niederschlesischen Anzeigers" erkannte der KreiSauSschuß in dem gegen den Grafen Pückler Klein-Tschirne eingeleiteten Disziplinarverfahren auf En tfern u ng P ück ler's aus dem Amt alSAmtsvorsteher des Amtsbezirks Kl.-Tschirne. Nach einem Bericht der „StaatSbürger-Ztg." hat Graf