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Im deutschen Reich · 1900-04-01 · Heft 4 (April 1900) · p. 210

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
6 (1900)
Issue
Heft 4 (April 1900)
Article
Berlin
Date
1900-04-01
Page
210 (sequence 3)
Language
German
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210 )m deutschen Reich. hetzer-KomplotLS macht. Der Barbier Blondes ist ein unansehnliches, schwächliches, brustkrankes Männchen anfangs der dreißiger Jahre, die 21 Jahre alte Vincentia GrudsinSky aber eine kerngesunde, robuste, kräftige Person. Die Vincentia behauptet, sie sei durch die GewaltLhätigkeiten zweier in weiße Laken gehüllter Männer, in deren einem sie an den langen wollenen Strümpfen ihren Dienstherrn erkannte, aus dem Schlafe erwacht, habe sich, als sie sah, daß man sie schlachten wollte, ihren Händen entrissen und sei auf die Straße geflüchtet. In der That fanden sich an der linken Seite des Halses und an der linken Hand lange, aber durchaus ungefährliche Hauteinfchnitte, welche im Sawitfch-Hospital zugenäht, schon nach wenigen Tagen völlig vernarbt waren. Blondes befindet sich im Hospital des Gefängnisses. Don dem Ergebniß der mit strengster Geheimhaltung geführten gerichtlichen Untersuchung wird es abhangen, ob Blondes überhaupt vor Gericht gestellt wird, was als keineswegs sicher gilt. Der „Staatsbürger - Ztg." wurde ars T r e p p e l n, Kreis Krossen, am 10. April berichtet: „Der -11 jährige Knecht Müller aus Treppeln ermordete Sonntag in einer Schonung in der Nähe des Dorfes einen 8 jährigen Knaben. Wie der Unmensch laut „Ff. O. - Ztg.* bei dem Verhör vor dem Amtsvorsteher in Liebthal eingestand, hat er das Kind in eine unweit des Dorfes gelegene Schonung gelockt; hier hat er den nichts ahnenden Knaben erwürgt, ihm an der Brust mehrere Messerstiche beigebracht, ihn dann entkleidet, ihm den Leib aufgeschlitzt, die Eingeweide herausgenommen, dann den Leichnam wieder angekleidet und ist schließlich, als ob nichts geschehen wäre, in's Dorf zurückgekehrt. Er wurde aber noch am Sonntag Abend verhaftet und in'ü AmtSgesängniß nach Liebthal überführt. Erst leugnete er die That; schließlich aber gestand er alles ein, zeigte indes keine Spur von Reue. Heute früh erfolgte durch zwei Begleiter seine Ueberführung in das AmtSgerichtsgefängniß nach Krossen a. O. Ob ein Lustmord vorliegt, hat bisher noch nicht ermittelt werden können. Der Mörder, der mit seinem Opfer weitläufig verwandt ist, soll geistig nicht ganz zurechnungsfähig sein, man will wenigstens schon seit längerer Zeit ein auffälliges Benehmen an ihm wahrgenommen habend Daß derartige Unthaten in der Osterzeit sich ereignen, ohne daß sie sich zu antisemitischen Hetzen verwerthen lassen, geht sicher einer gewissen Presse gegen den Strich! Ueber eine am 9. April polizeilich aufgelöste Volksversammlung, welche auf Anregung des antisemitischen Schriftstellers B ö ck l e r in dm Germania-Sälen zur WaarenhauSsteuer Stellung

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